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Zurück in die Zivilisation

23.8.2013 Mondsee und so…

Seit 11 Tagen sind wir zu Hause, d.h noch nicht ganz – wir sind zwar in Dachsen, da unsere Untermieter noch bis Ende August in unserem Haus sind, dürfen wir auf einem ruhigen Platz noch weiter „zigeunern“ und das gefällt uns sehr gut. Strom, Wasser und sogar eine warme Dusche gibt es, was will man mehr?Aber nun von Anfang an…

Nach dem Besuch in Unterwolfsbach beim schönen See mit „August dem Reisewagen“, Sabine und Peter, hat es uns Schnur stracks zum Mondsee hingezogen, wo doch unsere lange Reise begann. Vor einem Jahr war dort unserer erster Stopp auf dem Camping „Austria“und wir schnupperten schon mal ein bisschen an der „Freiheit des Reisens“. Wir kamen kurz vor dem Eindunkeln an und die Betreiberin erkannte das Motorengeräusch schon von weitem (tönt sehr wahrscheinlich auch etwas lauter!) und begrüsste uns mit „euch kenne ich doch“. Ja – und schnell wurde auch einen Platz gefunden, obwohl der Camping  komplett ausgebucht war. Im Restaurant liessen wir uns verköstigen und nach einem kurzen Spaziergang zum See sind wir dann glücklich in unseren Betten eingeschlafen. Wir blieben drei Tage und genossen den See, das Fischen (Michael mit andern Kindern), WIFI, warme Dusche – einfach alles ….

Bevor wir ernsthaft Richtung Schweiz fuhren, besuchten wir die älteste Salzmiene der Welt, welche die Gegend um Salzburg reich gemacht hat. Das Grösste war es, mit den Holzrutschen in die Tiefe zu sausen (das wurde ganz schön heiss am Hintern), den unterirdischen Salzsee in einem Boot zu überqueren und der Geschichte per Leinwand an den verschiedenen Haltepunkten in der Miene zuzuhören. Nach dem Mittag ging es los Richtung Schweiz….

In Deutschland übernachteten wir noch einmal wild und genossen den Sternenhimmel. Am nächsten Tag erreichten wir vor Mittag das Ravensburger Spielland, den letzten Zwischenhalt. Das Spielparadies für Kinder und die Grossen war echt lustig und wir genossen die schnellen Bahnen, Michael das Traktor und, „Putsch-Auto“ fahren, auch haben wir Feuerwehr gespielt und ein Feuer gelöscht – wir waren die Schnellsten in unserer Gruppe – und noch vieles mehr. Am Montagabend dann erreichten wir das Weinland und Michael sagte immer wieder „ja –  das kenne ich… und das habe ich schon gesehen …“ So fuhren wir endlich durch Dachsen und gespannt waren wir, wen wir als erstes treffen, wie wohl unser Haus aussieht, wie es den Katzen geht und dem Hasen und und und… Auch hier werden wir willkommen geheissen und spontan zum Nachtessen eingeladen…Danke für die Gastfreundschaft Remo und Marianne.  Mittlerweile haben wir uns etwas eingelebt, unsere „Grossen“, Familie und Freunde getroffen, wurden von vielen Bekannten willkommen geheissen, gedrückt, geküsst (so schön so nach Hause zu kommen!!!), die Badi besucht und ganz speziell – Michael an seinem ersten Schultag begleitet. Wir werden jetzt natürlich ausgefragt und wir geben gern Auskunft, haben viel zu erzählen und überlegen uns, ob wir nicht einen Reise-Vortrag machen sollen.  Der Bus wird einem Generalcheck unterzogen und auf der Fahrerseite wurde schon ein gröberer Defekt entdeckt, die Federaufhängung ist weich geworden. Auf der Beifahrerseite ist die Feder gebrochen, höchstwahrscheinlich seit Kasachstan.

Heute vor einem Jahr sind wir los und das wird heute gefeiert. An diesem Punkt möchten wir uns noch bei allen „Webseite-Lesern“ bedanken für das Mitverfolgen unserer Reise und für die Kommentare – über 52 719 mal wurde die Seite besucht;-). Unser Reiseblog ist nun fertiggestellt mit rund 3200 Bildern und 70 Artikel! Wir freuen uns jedoch weiter über Post von unseren Lesern der Website. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge, mit rund 31159 km zurückgelegten Reisekilometern und braungebrannt sind wir zurück in der Zivilisation….wer weiss, vielleicht in zwei Jahren machen wir uns wieder auf die Socken, um Afrika zu erkunden – Wir werden euch berichten…..

Eure Globestafettler

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Ukraine- Polen-Tschechien

8.8.13 Heimwärts

Die Ukraine bleibt uns als „Durchfahrland“ in Erinnerung bestückt mit vielen Störchennestern und Sonnenblumenfeldern….Über Kiev, dann L`viv (Lemberg) haben wir das Land mit rund 1000 km mehr auf dem Tacho und einem kurzen Stopp in der Hauptstadt, (Besuch des 100m hohen Siegesmonument (Russ. 2Welt-Kriegsdenkmal)  und des berühmten Kirchen- und Klosterkomplex „Lawra“) , einem Schlafstopp nach Kiev bei einer Autobahnraststätte, einem Schlafstopp bei einem idyllischen See ca. 20 km vor der polnischen Grenze, bei Przemysiv verlassen und haben Polen erreicht.

Die kyrillische Schrift von Kirgistan bis in die Ukraine hat uns grosse Mühe bereitet aber auch zum rätseln und entziffern animiert….Das R = P, B = V, das Y = spiegelverkehrtes N, das Z = ein spiegelverkehrtes 3 u.s.w. Mit dem Eintritt in Polen war nun Schluss damit, auch waren wir ein bisschen erleichtert.

Polen ist ja gar kein ärmliches und rückständiges Land, wie wir geglaubt haben, sondern sehr modern. Die Strassen sind ausgezeichnet und was ich noch nie gesehen habe – die vielen Lärmschutzwände entlang der Hauptstassen haben sogar automatische Tore, welche die Einfahrt zu Häuser oder Wohnquartieren erlaubt….

In Krakau besichtigen wir die Wawelburg mit den prächtigen Kirchen, in welchen Könige begraben sind und Johannes Paul der II Bischof war. Was nicht alle wissen, aber Inder schon, dass hier einer der sieben Steine liegt, welcher Shiva geworfen hat (einer liegt noch in Rom, Jerusalem, Mekka und Varansi  … und….weiter lesen im Internet (Google: Der Stein des Wawel) . Und an der Stelle, wo weit unter dem Fundament des Schlosses der Stein liegt, kann man oberhalb die Wand berühren und so die Energie in sich aufnehmen, welches  von diesem Stein ausgestrahlt wird, belegt durch wissenschaftlichen Untersuchungen. Während Werni diese Kraftstelle sucht, bewundern Michael und ich das berühmte und streng bewachte Bild von Leonardo da Vinci „die Dame mit dem Hermelin“.  Als die energiegeladene Stelle geortet war, tanken wir alle zusammen soviel wie möglich davon und verlassen die Burg wieder.

Wir fahren weiter nach Tschechien über Olomouc in Richtung Brno (Brünn). In Stary Jicin, ca. 120 vor Brno schalten wir bei einem gepflegten Motorestaurant einen weiteren Schlafstopp ein. Am späten Morgen besichtigen wir bei schönstem Sommerwetter die Brünner Altstadt. Auf dem Programm stehen die spontane Besichtigung der Kapuzinergruft mit luftgetrockneten Leichen, darunter auch der  „Ritter Trenk“ (Werni hat sie entdeckt), die Peter – und Paulkirche, dort steigen wir auf den Kirchenturm, und Michael findet Zeit für das berühmte Experiment mit der Münze auf der Tramschiene, 3 Strassenbahnen malträtieren sie: Wir besuchen. die Dreifaltigkeitssäule, den Barockbrunnen in mitten des alten Marktplatzes. Leider hatte ausgerechnet am Montag die Untergrundwelt von Brünn geschlossen. Da wären unterirdische Gänge und Kanäle zu besichtigen gewesen, die früher zum alten Marktplatz gehörten, ein einzigartiges Aufbewahrungs- und Kühlsystem für das Gemüse. In dieser Hitz sicher eine Wohltat…tjach…man kann nicht alles haben;-))

Wir beschliessen nicht über Bratislava zu fahren, sondern direkt Wien anzusteuern.

Mit einem Schlafstopp im Weingut (grüner Veltliner wird dort gehegt und gepflegt) vor den Toren von Wien sind wir nun schon mitten in Österreich. Wir besuchen erst das berühmte Hundertwasserhaus und anschliessend fahren wir zum Zentralfriedhof, wo die liebe Mjriam (Gotte von Ladina) begraben ist.

Jetzt sind wir in Unterwolfsbach bei Sabine und Peterle…“August der Reisewagen“ sei an dieser Stelle erwähnt. So ein ruhiger, erholsamer Ort mit selbst angelegtem, grosszügigem Badesee und Ödschablick. Einfach schön..viele Dank an die Beiden! Es geht weiter zum Mondsee, wo wir noch ein paar Tage sein wollen, um dann zu unserem „lieben Vaterland“ zurückzukehren. Der Schulanfang von Michael ruft.

Am 19.7.13 sind wir von Almaty Kasachstan losgefahren und haben Kasachstan, Russland, Ukraine,Tschechien und Polen westlich durchquert und seit gestern, den 6.8.2013 Österreich erreicht. Die 30′ 000 km haben wir nach Krakau geknackt. Viel zu schnell war die 7000 km Durchreise – nur einen flüchtigen Blick auf diese unbekannten, grossen Länder und….eigentlich könnten wir uns gut vorstellen noch eine einjährige Extrarunde einzulegen – Oman, Afrika…nochmals Kirgistan.. (aber genauer)… Myanmar ..Ostasien …so viele schöne Länder gibt es doch zu sehen und zu entdecken!! Wir werden sehen…….

Die Wandervögel

 

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2.Etappe Russland

29.07
Weiter geht’s nach Voronezh. Rund 580 km. Zuerst geht es Richtung Volgograd, eine fruchtbare Ebene mit riesigen Feldern, die Strassen sind zeitweise schlecht, viele Unebenheiten von den unzähligen Lastwagen. Doch nach der Abzweigung nach Voronezh verändert sich das Bild, die Strasse ist gut, es hat wenig Verkehr, wir kommen zügig voran. Bald knacken wir die 28‘000 km Marke, noch rund 3000 km liegen vor uns. Zwischendurch regnet es in Strömen, es ist richtiges Reisewetter. Anfangs Voronezh biegen wir in die erste Raststädte ein, Bus aufstellen, etwas kleines ,,köcherln“. Heute haben wir wieder richtig im Estafette gehaust, Silvana hat auch zu Mittag leckere Nudeln mit Poulet aufgetischt. Unterwegs haben wir noch bei einer einsamen Kirche unseren Wassertank aufgefüllt, „gesegnetes Wasser“, der Kaffee morgen wird er besonders munden? Fahren macht müde, wir gehen alle zusammen früh schlafen, morgen weiter nach Kursk. In Voronezh besuchen wir noch ein riesiges Shoppingzentrum, kaufen noch ein paar Souvenirs. Auch gibt’s „Free WiFi“, e-Mail checken, Fotos auf Blog laden. Noch 250 km nach Kursk, dann geht es schon bald an die russisch-ukrainische Grenze nach Kiew. Die letzte Nacht in Russland verbringen wir rund 100 km vor der ukrainischen Grenze. Was uns aufgefallen ist in Russland, die russischen Automarken wie Lada, Moskovitsch und Kamaz sind mehrheitlich verschwunden, es gibt viele neue meist europäische Fahrzeuge, darunter viele Luxuskarossen. Auch die Lastwagenmarken heissen hier Renault, Volvo, Man oder Mack, russische Kamaz sind nur noch selten zu sehen. Die Russen sprechen kaum Englisch, sind meist kurz angebunden, ein Lächeln sieht man selten- kommt das etwa vom „Vodka-Saufen“ ? Heute am 31. Juli sind wir in die Ukraine eingereist- Kiew wir kommen!
Werni&Silvana&Michi

1.Etappe Russland

28.07.13

Die letzte Nacht in Kazakhstan verbringen wir nahe der Grenze an einem kleinen See. Fischen mit Michael ist angesagt, doch bald verlieren wir Schwimmer und Hacken. Michael hat ja die Angelrute von Peter in Goa auf seinen Geburi gekriegt. Da diese aber schon in Afrika war, wäre es an der Zeit mal den nun brüchigen Silk zu wechseln.

Genau als die Lichter im Estafette ausgehen, gesellt sich eine lärmige Gruppe junger Kazachen zu unserem Bus, klopfen an die Scheibe – ein Glas Wodka wird gereicht. Die Jungs saufen wie Weltmeister, Musik dröhnt aus dem Auto, schlafen ist unmöglich. Zum Glück beginnt es bald zu regnen, die Jungs ziehen ab, laden jedoch noch unseren Camping-Tisch mit dem Saufgelage  auf einen Toyota Pick-up. Doch rund eine Stunde später wird er mit Hupen und Getöse wieder bei uns abgeladen – endlich können wir einschlafen. Die Grenze zu Russland passieren wir am nächsten Tag unbürokratisch in rund einer Stunde, mit der letzten „Kazakhstan Kohle“ kaufen wir noch eine Flasche Wodka.

Wir sind in Russia!!!

In Russland ändert sich auch die Zivilisation. Es gibt schmucke Restaurants, teilweise sogar mit WiFi, wo man essen und schlafen kann. Auch die Strassen werden langsam besser, leider nur teilweise – eine Wohltat für unsere Estafette. Über Samara fahren wir der Wolga entlang durch eine grüne, fruchtbare Ebene mit blühenden riesigen Sonnenblumenfeldern, nach Saratov. Hier wollen wir die Stadt besichtigen, Geld wechseln, ein wenig Russland erkunden. In Saratov besichtigen wir eine schmucke Kirche, auf dem Weg zur Altstadt entdecken wir eine grosse Renault Vertretung. Wir werden herzkich empfangen, nach einem „Small Talk“ verlassen wir die Ausstellungshalle mit einer Miniatur Collection von Renault für Michael und einer Renault-Kappe für Werni. Kurze Zeit später, spazieren wir durch die Fussgängerzone, die Geschäfte sind alle offen, wir steuern den Mc. Donald an, es gibt free WiFi. Geldwechseln scheint ein Problem zu sein, unsere Karten werden nicht akzeptiert. Wir fahren zum Wolgaufer, wo viele Einheimische flanieren und in schmucken Restaurants trinken und essen. Wir verspeisen am Bord der Wolga unser mitgebrachtes Poulet. Nach einem Feierabend-Bier fahren wir zur Stadt hinaus, suchen den Weg nach Voronezh. Bei der ersten Rasttätte stellen wir unser Nachtlager inmitten von ausrangierten, alten Lastwagen und Baumaschinen auf. Wir wollen früh schlafen um morgen ins 360 km entfernte Voronezh zu fahren.

Good night

Kazakhstan

24.07.2013
Kazakhstan, das 9.grösste Land der Welt. Unendliche Wüsten und Steppen mit Kamelherden. Strassen-vielerorts schlecht-eine Qual für unsere Estafette. 3000 km von Almaty zur russischen Grenze nach Uralsk, die Schnittstelle Asien-Europa. Kazakhstan ist reich an Bodenschätzen, es gibt riesige Oel und Gasfelder und eine der grössten Goldminen der Welt. Viele Kazaken zeigen stolz ihre Goldzähne, Zeichen von Reichtum und Schönheit. Die jungen Menschen zeigen ihren Reichtum mit eleganter Kleidung, modernen luxuriösen Autos. Die Grossstädte Almaty, Astana, Aktobe sind vergleichbar mit den europäischen Weltstädten. Luxuriöse Einkaufszentren mit Weltmarkenprodukten, Hochhäusern und Luxushotels. Auch gibt es Parkanlagen mit Wasserspielen, wunderbaren Blumen und Denkmälern, grosse (russisch-orthodoxen) Kirchen und Moscheen. Die meisten Menschen hier sind gläubige Moslems. Nach mehreren Monaten unserer Reise durch arme Länder sind wir beeindruckt von all diesem Glanz und Reichtum.
Leider haben wir nicht mehr so viel Zeit um diese Länder(Kirgistan, Kazakhstan, Russland) richtig kennen zu lernen. Jetzt zum Ende unserer Reise ist Fahren angesagt. Trotzdem finden wir auf unseren Rast- und Schlafplätzen immer wieder Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung, werden beschenkt mit Esswaren, müssen Auskunft geben über unsere Reise, „Schwizaria“ist ein Begriff, geben.
Morgen werden wir die Schnittstelle Uralsk erreichen, können nach rund zehn Monaten wieder „europäische“ Luft schnuppern. Tja, wir sind mit einem tränenden und einem freudigen Auge auf unserem Rückweg.
Werni&Silvana&Michael

Almaty oder russisches Visa

Juli 2013- Almaty- Kazakhstan

 

Wir kommen am Sonntag, den 14.07 2013 in Almaty an und finden einen Schlafplatz ganz in der Nähe der russischen Botschaft hinter dem Fünfstern Rahat Palce Hotel, wo wir Free Internet haben und Werni die Visaapplikation ausfüllen und speichern kann, damit wir sie dann bei einem Kopiergeschäft ausdrücken lassen können. So können wir gut vorbereitet am Dienstag bei der russischen Botschaft antraben (sie hat nur drei Tage offen DI, DO und für dringende Fälle FR). Für die Overlanders sind die Visageschichten immer wieder ein gröberes Hindernis und bedeutet meistens einen längeren Aufenthalt in der Hauptstadt mit einigen Überraschungen. So hatten wir in Bishkek wirklich grosses Glück, dass wir die Woche vom 7.7.13 für die Erledigung des Kazakhstanvisas getroffen haben. Eine Woche später wäre sie auf unbestimmte Zeit  ohne Grundangabe geschlossen gewesen. (online nachlesen kann man das nirgends! Auch, dass sie zufälligerweise am Montag aus irgendwelchen Gründen geschlossen hatte, wussten wir nicht….tjach so haben wir den wunderbaren Sokul-See nahe von Bishkek verpasst…)

Am Dienstag klappte es aber gar nicht schlecht, ausser, dass wir sehr lange warten mussten, bis wir dran waren und dann vor dem Mittag uns sehr beeilen mussten, um 600 Dollar bei einer entfernten ATM Maschine rauszulassen, damit wir den Schnelllauf im Sack hatten; d.h. Am Freitag in der gleichen Woche bekommen wir das Visa und müssen nicht wie regulär eine Woche warten.

Am Mittwoch haben wir Zeit uns die Stadt etwas genauer anzusehen und kennenzulernen. Gogol-Street, Tole-Bi und Abayastreet und wie sie alle heissen. Das Touristeninformationsbüro finden wir nicht und das Hotel Dan vom „Lonely Planet“ gibt es auch nicht. Na ja- dafür finden wir bei der einzigen Tankstelle in der City Gas zum nachfüllen. Auch nicht schlecht – können wir ein Problem abhaken. Wir schauen uns noch die wunderschön, farbige Christi Himmelfahrt Kirche an und gehen in nahegelegenen Markt. Da gibt es alles und wir staunen ab dem riesigen Gemüs/Früchte – und Gewürzemarkt. Schliesslich landen wir im Fleischmarkt und da sind wir völlig überrascht. So viel Frischfleisch haben wir noch nie gesehen- Wow! Ordentlich, sehr sauber und fliegenlos bietet man hier vom Schwein bis zum Pferd alles was der Fleischkonsument begehrt. Wir essen in der Halle auf der Mansarde, wo wir auf die Metzger hinunterschauen können. Uns fällt auf, dass die Metzger fast alle weiblich sind. Sehr interessant, wie hier in frische Pferdedärme Fleisch reingepackt wird und so begehrte Würste entstehen. Nach dem Essen geht es weiter zu den Honigständen, wo wir nicht widerstehen können und bei einem Stand verschiedene Sorten probierten und schliesslich auch einkauften. Nach einem kurzen Spaziergang in Richtung Auto besuchten wir das Nationalmuseum. Allerdings waren wir wirklich sehr froh über den Autofahrer, der uns hinlotste!! Wir sahen  Interessantes von den ursprünglichen Nomadenvölker und von den der Geschichte von Kazakhstan. Nach dem Museumsbesuch schauten wir noch das nahegelegene Regierungsgebäude mit einer schönen Springbrunnenanlage an.

Am nächsten Tag liessen wir die Estafette auf dem Platz und gingen ins nahegelegene Artmuseum, wo wir Kunstwerke vom 16Jh. bis in die Neuzeit betrachteten. Nachher wollten wir den Botanischen Garten finden und driften völlig ab (wir haben keinen Stadtplan – erhältlich sind sie schon aber auf russisch!!!) und landen bei den fünf Ski-Sprungschanzen. Da werden zur Zeit Verbesserungen angebracht, da im Winter hier wieder International gesprungen wird. Nachdem wir schon ziemlich lange unterwegs waren, laufen wir zum benachbarten Einkaufszentrum, wo sich auch ein Kinokomplex befindet, wo auch 3D Filme gezeigt werden. Wir laufen staunend an Läden von Louis Vuitton, Dior, Dolce Cabbana, Vero Moda, Tissot und wie die teuren Läden alle heissen vorbei und essen etwas im Burger-King. Dann geht es ins Kino—ja richtig lusig ist der Film der Rennschnecke Turbo, Michael ist begeistert.

Morgen werden wir um 9.00  vor der russischen Botschaft bereit sein und unsere Russland-Transitvisas in Empfang nehmen…..

Die Fahrenden

Silvana&Werni&Michael

 

Kirgistan – ein Nomadenvolk

05.Juli

Nach ca. 20 km Niemandsland erreichen wir den Kirgistan Border. Die funkelnden, lachenden Goldzähne der Grenzbeamten heissen uns willkommen. Ein Stempel in den Pass, ein kräftges Händeschütteln und schon ist die Kontrolle vorbei, nach China eine Wohltat. Für Kirgistan braucht man kein Visum. wir fahren durch eine wunderschöne Hochebene, gesäumt von weichgeformten Bergformationen, an einem grossen See entlang. die Strasse ist nicht geteert, aber mehrheitlich gut. Etwa 50 km später passieren wir nochmals eine Grenzkontrolle, winkende Kinder und funkelnde Goldzähne lachen uns an. Wir stechen bald von der Strasse ab und stellen unser Nachtlager in einem Seitental auf. Wir sind müde von den Zollformalitäten (China!) und von der Höhe. die Grenze liegt bei 3500 m.ü.M. die Kinder spielen noch am Fluss, ein paar Murmeltiere pfeifen, wir verbringen eine wunderbare Nacht. Am nächsten Morgen geht es weiter, durch Schluchten, Pässe, gesäumt von Jurten und Bauwagen, wo die Kirgesen den Sommer mit ihren Tieren verbringen. Die Landschaft ist atemberaubend schön. In Kochtor machen wir Halt, finden bald einen Schlafplatz. Am nächsten Morgen besuchen wir den bekannten Handycraft-Laden von kirgesischen Frauen, die Decken, Teppiche und Tücher für die Inneneinrichtung der Jurten produzieren, der Laden fasziniert uns so, dass wir uns kaum mehr losreissen können, auch haben wir wieder mal richtig Souvenirs eingekauf!! Nach dem Mittagessen fahren wir erst nach 15 Uhr ab nach Bishkek, der Hauptstadt Kirgistans. Nach rund 250 km komen wir in Bishkek an und treffen vor dem Guesthouse Radison unsere schwedischen Freunde wieder- wir haben uns in Kochtor verloren. Montag Morgen 8.30 h zur Kazachstan- Botschaft, wo uns ein Zettel entgegen lach t -heute Montag geschlossen!! Ärgerlich fahren wir in die Stadt zurück, wir stellen uns im Zentrum eines Einkaufszentrums (Plaza) auf, ein Tipp von Deutschen, die wir in Kochtor angetroffen haben. Am Dienstag wieder zur Botschaft-Visa-Formular ausfüllen – alles auf russisch – super und niemand spricht englisch, dann quer durch die Stadt mit dem Taxi zur Bank, Visas bezahlen, Passkopien machen und wieder schnell zurück zur Botschaft. Die Visas sollen am Freitag um 18.30 h bereit sein. Wir fahren zu unserem Standplatz zurück, verbringen den Tag mit Shopping, Kirgistan-Museum Besuch. Wir treffen noch Dino und Fabia, zwei Schweizer, die wir in Pokhara angetroffen haben, zum Nachtessen. Am nächsten Morgen fahren wir zur Stadt in den nahgelegenen Nationalpark Ala Archa, wir verbringen zwei erholsame Tage, am zweiten Tag gesellt sich noch ein deutsches Pärchen mit Kleinkind zu unserem Standplatz. Die prächtigen Blumenwiesen und die Tannenwälder erinnern uns an die Schweizer Bergwelt. Am Freitag fahren wir zurück, sind unsere Visas ausgestellt? An der Eingangstüre hängt ein Zettel, dass die Botschaft ab Montag auf unbestimmte Zeit geschlossen sei!! Mit den Visas in der Tasche verlassen wir die Botschaft und fahren zum Hotel der Schweden. Die halbe Familie ist krank im Bett. Wir verabschieden uns von Pia, Milan, Luca und Tanja, mit denen wir den Karakoorom Highway, 5 Tage China und Kirgistan gefahren sind. Mit tränenden Augen trennen sich unsere Wege. Wir müssen nach Almaty (Kazachstan) fahren um das Transit Visa für Russland zu kriegen. Am Samstag treffen auch die Deutschen vom Nationalpark auf dem Parkplatz ein, Dino und Fabia besuchen uns auch noch, mit ein paar Bier begiessen wir unseren letzten Abend in Kirgistan. In diesem Land sind wir herzlich empfangen worden, Kirgistan ist wunderschön, die Kirgesen bringen das Geld nicht zur Bank, sie tragen ihr Kapital im Munde – Goldzähne! Da in Kirgistan gibt es Goldminen. Bishkek ist eine moderne, saubere  Metropole mit ca. 900’000 Menschen, die Frauen hier sind modern gekleidet, chic, viele stolzieren in Abendkleidern herum, meist kombiniert mit Highheels. Haben wir so nirgends in Europa beobachten können – ein Traum für jedes Männerherz! Werni möchte am liebsten hier bleiben – haha!

Werni & Silvana & Michi

 

 

 

Kashgar – China

02.07.2013  Nach  einer wunderschönen Fahrt durch die Berge erreichen wir Kashgar, eine moderne Metropole Chinas. Hier treffen die verschiedenen Kulturen Asiens aufeinander, da Kashgar an der Silk-Road liegt- Türken, Pakistani, Taschiken, Chinesen usw. dieser Mix macht Kashgar speziell, ist nicht wirklich chinesisch!! wir geniessen die drei Tage im Hotel Seman – haben Internet in John’s Café- doch leider ist Facebook und auch unser Blog gesperrt.

Wir flanieren durch die Strassen- wir sind zurück in der Konsumwelt-Shopping ist angesagt! Auch beim Essen wird geschlemmt, am 2.ten Abend werden wir von Abdulraham, dem Chef der Travel-Agency zum Nachtessen eingeladen. Siehe Bilder im Blog, das Essen war spitze!!! Michael ergatterte sich noch eine Schachtel Chinise-Legos- für Silvana ein paar schicke Schuhe!! Francis, ein Australier, ist in Kashgar wieder zu uns gestossen, Nach Islamabad haben wir ihn nun zum 4ten Mal angetroffen. Wir besuchen noch zusammen den Nachtmarkt von Kashgar . Am letzten Abend essen wir in einem pakistanischen Strassenrestaurant feine Fleischspiesse und Lakhman, ein typisches pakistanisches Nudelgericht- lecker!! Am nächsten Morgen heisst es Abschied nehmen von China , unser Guide erscheint um 7.30 im Hotel und fordert uns auf, möglichst schnell abzufahren, da die Grenze früh schliessen würde, da es Freitag sei. Der Weg führt hoch zum Tourgat Pass, auf ca. 3500 m.ü.M. zur Grenze Kirgistans. etwa 10 km vor der Grenze stoppen wir in dieser eindrücklichen Berglandschaft, unsere Freunde im Land Rover und der chinesische Guide sind weg. Wir kochen uns Omelettes, eine vorbeiziehende Jak-Herde fordert unsere Kamera heraus, wir geniessen den letzten Lunch auf chinesischem Boden. Bald tauchen unsere Freunde wieder auf, der chinesische Guide ist verärgert. Wir fahren die letzten Kilometer zur Grenze, nun bemerken den Grund, warum unser Guide uns an die Grenze gestresst hat. Eine holländische Reisegruppe erwartet den Guide, um nach Kashgar zurück zu fahren. Ein kurzes trockenes Händeschütteln und das chinesische Grenztor öffnet sich, 5 Tage China sind vorbei!!

Ich glaube, China hat seinen Reiz, doch mit dem eigenen Fahrzeug sind  Grenzen gesetzt- die Fahr-Bewilligung ist so teuer, das man das Land nicht wirklich erleben kann. China ist speziell- braucht  Zeit, um die Menschen und Sitten zu verstehen.

Werni & Silvana & Michi

China- wir kommen!

Am Chinesischen Zoll ändert sich die Situation. Es heisst -stop!!- wait!!! Die Chinesen sprechen kein English! Doch wir meistern auch diese Situationen – die chinesischen Zollformalitäten sind schon speziell. Nach ca. 150 km Niemandsland erreichen wir Taschkurgan, Custom und Immigration, hier werden unsere Autos erst mal desinfiziert, dann werden sie gründlich inspiziert. Endlich können wir unsere Pässe abstempeln- für die Durchsuchung und Desinfektion müssen wir bezahlen , ca. 20 Dollars für zwei Fahrzeuge!! Das Desinfektionsmittel entpuppt sich als reines Wasser!!- hab’s getestet! Desinfektion nach 150 Km China – ein Witz??? Die Frauen und die Kinder müssen noch die Polioimpfung bestätigen, sonst werden sie zwangsgeimpft, wir Fahrer müssen meistens bei unseren Fahrzeugen verweilen und warten. Endlich haben wir es geschafft, doch leider ist die Kontrollstelle für die Autos bereits geschlossen, wir müssen die Fahrzeuge im Custom-Office stehen lassen und zu Fuss ins 3 km entfernte Hotel laufen! Am nächsten Morgen werden noch die Chassis-Nummer und die Motoren Nummer kontroliert- nach 2 Stunden Warten haben wir die letzte Hürde überwunden- wirkönnen nach Kashgar weiterfahren. In China darf man nicht ohne Permission fahren, wir erhalten chinesische Nummernschilder, eine chinesische Driver-License und ein chinesischer Guide fährt durch ganz China mit uns mit, er erledigt den ganzen Papierkram mit den Behörden. In Nepal haben wir eine chinesische Agentur beauftragt, uns die Bewilligungen für die Durchfahrt zu organisieren. nach rund eineinhalb Monaten sind die Bewilligungen endlich eingetroffen. Am 1. Juli Einreise5 Tage China über Kashgar nach Kirgistan –  2030$ pro Auto!!!!! -eine Frechheit, aber leider der einzige Weg,  ohne durch die heissen Wüsten von Pakistan und Iran zu reisen. Unser chinesischer Guide erweist sich als Stresskopf!!-ich werde später darüber berichten!

Werni & Silvana & Michi