Varanasi- die heiligste und älteste Stadt Indiens

Varanasi                                                                                                                                                                                                 16.03.2013
Seit  vier Tagen sind wir in Varanasi.
Vor Varanasi konnte ich noch meinen Rückspiegel ersetzen, denn ein indischer Kleinbus hatte mir beim Überholmanöver in einer Stadt vor Allahabad am 9.März (Meine allerliebste Silvana hat an diesem Tag Geburri) abgerissen. Nach einem kurzen Stopp, fuhr der Inder weiter.
In Varanasi finden wir per Zufall einen super Standplatz inmitten von indischen Touristen mit Cars und Jeeps auf dem Universitätsgelände der Sanskrit University. Hier können wir in diesem Park mit einer christlichen Kirche (leider Alles ziemlich heruntergekommen- es fehlt an Geld) unbekümmert stehen, wir sind natürlich sofort die Attraktion auf dem Gelände. Die 2 Kilometer zum Zentrum der Altstadt können wir leicht per Tuck-Tuck oder Velo-Rikscha erreichen.
Varanasi ist die älteste Stadt in Indien, ja sogar eine der Ältesten der Welt, und wird von den Hindus als die heiligste Stadt vergöttert.
Am ersten Tag machen wir einen Rundgang durch die Bade-Ghats, wo sich jeden Tag mehrere Tausend Hindus im heiligen Ganges reinigen. Bald schon sehen wir die beiden Verbrennungsplätze zwischen den Ghats, wo jeden Tag bis zu 60 Tote auf Holzscheitern verbrannt werden. Wir besuchen den einen Verbrennungsplatz, Michael möchte natürlich alles genau sehen und wissen, Geruch von verbranntem Fleisch verbreitet sich. Es herrschst eine eigenartige Stimmung an diesem eindrücklichen Uferplatz – die einen waschen Kleider, die anderen baden, dazwischen sitzen die Babus und Sadus in ihren orangen Kleidern,, meist splitternackt unter ihren Bambus – Blachenhütten. Die meisten Babus pflegen den gleichen Haar – Style wie Werni – will er sich etwa hier in Varanasi niederlassen???? Die Babus und Sadus locken die Touristen und Inder in ihre Hütten, lassen sich die Weisheiten und Wahrsagungen mit „Indischen Ruppis“ bezahlen.
Mit beeindruckenden Bildern in unseren Augen, flüchten wir vor der Hitze durch die schmutzigen, nach Fäkalien stinkenden Hintergassen und finden bald eine German – Bakery mit Restaurant. Hier in Varanasi tummeln sich viele Touristen – es gibt aber scheinbar auch solche, die zu lange in Varanasi hängen geblieben sind, die Spiritualität dieser Stadt ist beeindruckend. Varanasi ist eine Stadt, wo man die Armut der Menschen hautnah erleben kann, es gibt unzählige arme und kranke Menschen, die bettelnd am Strassenrand kauern, in den verwinkelten Gassen sitzen, nirgendwo haben wir Ähnliches in diesem Ausmass gesehen. Die zwei Kilometer zum Estafette legen wir zu Fuss zurück, an allen Ecken gibt es etwas zu bestaunen, müde erreichen wir unsere kleine Oase in der Universität.
Am nächsten Morgen ist um „sechs“ Tagwache, wir wollen eine Bootsfahrt über den Ganges den Ghats entlang bei Sonnenaufgang machen. Schnell sind wir am Ganges, finden ein kleines Ruderboot und lassen uns durch die Gates führen. Es herrscht eine wunderbare Stimmung, ein reges Treiben, viele Inder sind bereits am Baden, vereinzelte Babus und Sadus waschen sich, Kleider werden gewaschen und auch an den Verbrennungsplätzen lodern schon die Feuer. Nach der rund einstündigen Bootsfahrt schlendern wir durch die Ghats und zum zweiten Verbrennungsplatz, wo schon die ersten drei Toten auf dem Feuer „bruzzeln“ und suchen uns bald ein Restaurant, wo wir nochmals frühstücken (mit weniger Appetit als auch schon). Den Nachmittag verbringen wir auf dem Universitätsgelände, spielend mit Michi, auch haben wir Zeit für unseren Blog. Das Schlimmste in Varanasi sind die Mücken, die mit der Dämmerung über einem herfallen, auch Nachts finden sie immer wieder Wege unters Moskitonetz. Den Schweizer Mückenspray scheinen die indischen Mücken gar zu lieben, sie stechen uns auch durch die Campingstühle in den Hintern.
Am dritten Tag besuchen wir die allabendliche Zeremonie am Hauptghat Dashashvamedha. Bis zum Beginn schlendern wir nochmals durch die Nachbarghats, auf dem Verbrennungsplatz herrscht Hochbetrieb, zwischen den brennenden Scheiterhaufen werden immer noch neue Scheiterhaufen aufgeschichtet, die mit Blumen und bunten Tüchern geschmückten Leichen werden auf Bahren herangetragen, Hunde, die nach Überresten suchen und heilige Kühe, die sich über die Tücher und Blumen hermachen. Am Nebenghats wird gewaschen und gebadet, Chai getunken, den Touristen Souvenirs angeboten, eine Bootsfahrt angepriesen. Es stinkt überall fürchterlich nach Fäkalien. Hunde, Ziegen, Kühe, mächtige Bullen schlendern überall herum und kleine Kinder spielen.
Viele der Badenden sind schon älter, sie hegen die Hoffnung hier am Ganges zu sterben, was sie auf den direkten Wege ins Nirvana bringt und ihre Seele aus dem normalen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt befreien würde.
Die Zeremonie wird von vielen Gläubigen und Touristen besucht. Mit Blumen, Räucherstäbchen, brennenden Behältern mit der siebenköpfigen Kobra verziert, Gesang und Glockenspiel vollführen sieben junge Priester am Ganges-Ufer ein Ritual, gesäumt von vielen Booten am Ufer. Die Touristen haben sich die besten Plätze geangelt. Kurz vor Ende der Zeremonie verlassen wir das Gelände. Blitze erleuchten den Nachthimmel, wir erreichen mit dem Gewitterbeginn unsern Bus und können des Dachfenster gerade noch rechtzeitig schliessen. Das Gewitter bringt Abkühlung, auch die Mücken sind nicht so zahlreich, wir verbringen eine ruhige Nacht.
Heute werden wir Varanasi verlassen – wir wollen weiter nach Sarnath. Einer der wichtigsten mit dem Leben Buddas verbundenen Plätze, hier wurde das „Rad der Lehre“ in Bewegung gesetzt.
In der letzten Nacht haben uns die Moskitos wieder ziemlich geärgert- Hoffentlich liegt das nur an Varanasi. Diese heilige Stadt hat uns sehr beeindruckt, wir können nachvollziehen, dass viele Touristen lange hier verweilen, aber auch Andere verstehen, die berichten, nach nur einem Besuchstag, diese Stadt verlassen zu haben.
Werni&Silvana&Michi

2 Gedanken zu „Varanasi- die heiligste und älteste Stadt Indiens

    1. Hey tanka diar denn no herzlich!!! Au bizspoht!! haha
      Allna an ganz an lieba Gruass an eu!!
      Silvana und Michael (hät sin erschti Zahn verlora du in Nepal!) Werni

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