Archiv der Kategorie: Rumänien

Von Lei zu Lew

12.9.12   Teil I.

Endlich haben wir uns an die rumänische Währung gewöhnt, passieren  wir bei Vama Veche die Grenze und sind in Bulgarien. Dort wechsle ich die restlichen Lei in Lew. Sofort fällt auf, dass da weniger Müll den Strassenrand säumt. Was mich auch freut, ist die geschlossene Walddecke zum Teil bis an den Küstenrand.  Auch die Strassen sind an einem Stück geteert, was weniger Schlaglöcher bedeutet und das wiederum eine erhöhte Tempomöglichkeit.

Aber zurück nach Rumänien..

Nachdem wir Sigishoara am 3.9.12 verlassen haben, die Stadt in welcher Vlad Tepes, Sohn des Vlad Dracula, gelebt hat, nehmen wir die Spur von Dracula weiter auf und fahren an vielen, typischen siebenbürgischen Dörfern umgeben von vielem Wald nach Bran, das nach Brasov kommt. Dort machen wir einen zweitägigen Halt auf den Vampircamping (schön, mit sauberen Sanitären Anlagen). Am nächsten Tag besuchen wir das berühmte Schloss Dracula, das völlig touristisch aufgezogen ist, obwohl es ja nur im Entferntesten mit Darcula zu tun hat, wäre da nicht dieser Schriftsteller (Bram Stoker) gewesen, der die Geschichte von Dracula mit dem Schloss in Verbindung gebracht hätte.

Am 5. September fahren wir weiter. Nach Brasov machen wir einen Halt in einer festungsähnlichen Kirche bei Prejmer, wo wir staunend den mysteriösen Gängen im Gemäuer folgen. Sogar der Totenorgel sind wir begegnet, dort „entledigte“ man sich der Toten aus der Kirchenfestung.

Aber jetzt wollen wir es wissen und endlich das schwarze Meer sehen. Auf der Europakarte sieht es nach keiner Distanz aus…für eine Fahrt mit dem Senior Estafette bedeuten 180 km nach Buzau (nächste grössere Stadt) mit ca. 70 Std/km (da die Strassenverhältnisse eben rumänisch sind mit einigen Überraschungen…Gänse auf der Piste, Bodenwellen, Schlaglöcher u.s.w.) mindestens drei Stunden Fahrt mit Pausen. Weiter fehlen noch ca. 260 km. bis nach Constanta…das ist zu weit für einen Tag, also beschliessen wir die Vulcani norolosi zu besuchen, welche sich in Berca vor Buzau befinden.

Das war ein richtiger Volltreffer. Erstens: total interessant das Geblubber aus dem Erdinnern inmitten einer Mondlandschaft  und zweitens: konnten wir gleich dort übernachten, den Grill und die Infrastruktur( WiFi, WC und Bar) benutzen! Wir geniessen eine Nacht inmitten der Natur, keinen Lärm, einen Babyhund namens Bobyca ärgert unseren kleinen Michael, macht ihm seinen z’Nacht streitig, einen schönen Sonnenuntergang in den Bergen und nach einem offerierten Zwetschgenschnaps legen wir uns auf’s Ohr!!

 

 

 

Sonntag 2.09. 15.00H

Nun ist es passiert!Nach einem kleinen Karpatenpass beginnt es eigenartig vom Motorraum zu klingen- verbrannter Gummigeschmack strömmt in unsere Nasen. Ab von der Piste sehen wir das Maleur-die Spannrolle des Wasserpumpenkeilriemen hat sich festgefressen-Lagerschaden! Mit WD40 können wir den Schaden ein bisschen lindern. wir schleppen uns in die nächste Stadt Tergu Mures.Keine 10 Minuten nach unserem Boxenstopp unter einem riesigen Traktorenplakat sind wir die Atraktion an der Strasse. Silvana darf privat auf ’s Klo, ein Mann verspricht uns , morgen mit mir die Spannrolle zu reparieren. Um ca 17.00 trifft ein Ehepaar auf dem Parkplatz ein ,die Frau unterhält sich mit ein paar Kindern ( eine Lehrerin). Der Mann geht in die Bar,holt sich einen Whisky, schaut mich fragend an ,geht in die Bar zurück, bringt mir einen Whisky und eine Flasche Bier. Nachdem wir die Freundschaft besiegelt haben (er sei Trajan),erkläre ich ihm unser Problem mit Hilfe seiner Frau, die Französisch spricht. Er winkt ab,kein Problem, er sei Patron einer Autowerkstatt, nimmt das Teil gleich mit, und verspricht mir, morgen um 10.00h das Teil zurück zu bringen.Er anerbietet sich auch noch, uns zum Schlafen und essen mitzunehmen. Da meine fleissige Italienerin Silvana jedoch schon spaghetti rumanäsia gekocht hat, verbringen wir die Nacht in unserem Bus.

Kaum die Augen offen um 7.30 h hallte ich mein repariertes Teil in den Händen. Geld möchte Trajan keines, ich schenke ihm eine Flasche Kirsch aus der Schweiz. Er bedankt sich, nimmt mich mit zu seinem Haus und füllt mir zwei Flaschen mit Zwetschgenschnaps und Kirschen Likör ab, und das alles vor dem Morgenkaffe. zurück beim Bus, offeriert er eine Runde Kaffe, wir tauschen noch unsere Adressen aus, er macht noch eine Foto mit seinem Handy und verabschiedet sich.

Ich baue das Teil wieder ein, drei Schrauben – Keilriemmen spannen -festziehen – fertig!

noch vor der Abfahrt bring uns  Trajan eine Vergrösserungskopie der gemachten Foto zurück.

ich sage zu Silvana, das es jetzt glaube ich Zeit sei zum abzufahren, sonst müssen wir ewig in dieser gastfreundlichen Stadt bleiben. Ab zu Draculas Schloss , möchten wieder einmal richtig Blutsaugen!!

lieben Gruss an alle

Werni&Silvana&Michi (die Vampire)

Rumänien

2.September 2012

Hallo liebe Freunde

seit gestern sind wir in Rumänien.

Temperatur 30 Grad- was habt ihr aus der Schweiz zu bieten? 12 Grad!!

die Leute sind sehr herzlich- man merkt doch die Armut an allen Ecken. die Karpatenwälder sind Wunderschön- Bären und Wölfe an allen Ecken- leider flüchten sie vor unserer Maschine!!

Dort, wo wir übernachtet haben, wurden wir mit Quellwasser, eingelegten Früchten und einem selbstbesticktem Handtuch beschenkt…echt lieb. Da ist alles urchig…Kühe auf der Strasse (mit Hörnern), Hühner die ihr Futter am Strassenrand suchen… glückliche Schweine. Einfach schön, die Landschaft zum verlieben, so etwa wie im Jura;-) Hier würde ich (Silvana) mein Haus bauen-in Transilvanien!

Apa heisst Wasser und fortebun heisst sehr gut;-)

also al revedere

p.s. bis zum schwarzen Meer sind es nur noch ca. 800 k m. aber manchmal holprige und lange, da wir ja auf keine Autobahn gehen (Werni!!!) Aber unser Bus fährt und fährt……