Archiv der Kategorie: India

Indien ade

Amritsar (India) 03.06.2013
Heute verbringen wir den letzten Tag in Indien. Am 22.12.2012 sind wir in Indien angekommen, haben das Land dreieinhalb Monate lang bereist.
Wir haben das „Crazy India“ von allen Seiten kennengelernt, haben ganz viele schöne Begegnungen mit diesen lieben Menschen genossen. Das Land hat uns seine kulturellen Schönheiten und eine wunderprächtige Natur präsentiert. Wir können viele einzigartige Bilder und Eindrücke mit uns mitnehmen. Wir werden Indien vermissen.
Dasselbe können wir auch von Nepal erzählen – das wir zwischendurch zwei Monate bereist haben. Die Natur und die einfachen lieben Menschen haben uns verzaubert.
Fazit: ich glaube, irgendwann werden wir zurückkommen- es gibt noch so viel zu erkunden!!!
Doch wir freuen uns auch auf unseren „Heimweg“ durch Länder, von denen wir nicht viel wissen. Wir möchten euch auch diese Länder auf unserem Blog näherbringen.
Silvana hat heute unsere Estafette runtergewaschen- sie glänzt strahlend und erwartet gespannt die neuen Abenteuer. Auch wir sind ein bisschen aufgeregt, was unser „Heimweg“ uns noch alles zeigen wird. Wir freuen uns, dass wir darüber berichten können.
Werni&Silvana&Michi

25.Mai

25.Mai
Geburtstag- Hochzeitstag-Vollmond
Heute sind wir in McLeod Ganj angekommen. Dieser Ort liegt auf 1850m.ü.M. Gleich dahinter erblickt man die schneebedeckten Berge des Himalaya (Dhauladhar-Kette) .Schon die Kolonialherren flüchteten sich vor der Hitze (momentan herrschen Temperaturen um die 45 Grad) in die Hill-Stations. Auch wir sind in die Berge geflüchtet, es war nachts im Bus kaum auszuhalten (Nachttemperaturen von bis zu 35 Grad). Besondere Anziehungskraft besitzt die Ortschaft seit 1960, als der aus dem Tibet geflüchtete Dalai Lama hier sein Exil fand und damit den Grundstein für eine ausgedehnte tibetanische Siedlung legte, die sich um McLeod Ganj konzentriert. Man findet hier viele westliche Touristen, die sich mit dem Buddhismus und der sehr aktiven buddhistischen Kunstszene auseinandersetzen, sowie viele „Back-packer“, die hier Wi-Fi und Momos geniessen.
Heute herrscht besonders viel Aufregung im Dorf- heute am 25. Mai feiert man den Geburtstag von Buddha.
Wir feiern heute am 25. Mai unseren 6.ten Hochzeitstag und es ist auch noch Vollmond heute Nacht. Wir haben beschlossen, diesen speziellen Tag mit einer Flasche Wein zu feiern. Auch wollen wir diesen hektischen Ort noch ein wenig geniessen und ein wenig ausruhen, bevor wir nach Amritsar weiterfahren.
Werni&Silvana&Michi

Altersheime haben wir keine gesehen

10.3.2013                                                Altersheime haben wir noch keine gesehen

Wenn man durch die Dörfer von Indien fährt, sieht man praktisch nur Kinder und junge Leute. Die Auto-und Lastwagenfahrer, die Beisitzer in den Lastwagen, die Köche in den Restaurants, Familienväter und Mütter sind alles junge Leute. Sogar bei den Haustieren wiederspiegelt sich die Bevölkerungsstruktur ein bisschen. Noch nie haben wir so viel Jungtiere gesehen. Von den Wasserbüffelkälbern, über Hundebabys, Ziegenkindern, Kälbern und Affenbabys.

Haltet man dann an, weil man essen oder schlafen möchte, stehen am Morgen viele neugierige junge Leute (meist männlichen Geschlechts da, das weibliche Geschlecht hat keine Zeit  am Morgen rumzustehen!) um den Bus und schauen uns zu, was wir so machen. Am liebsten haben sie es , wenn wir die Vorhänge aufziehen und sie alles im Bus betrachten können. Viele Fragen werden nicht gestellt auf dem Lande, da sehr Wenige englisch sprechen können. An jedem Ort aber stellt sich meist auch ein alter Mann hinzu. Dieser grüsst uns freundlich und den Augen kann ich kein bisschen Feindschaft, sondern nur Freundschaft ablesen. Er mag es, wenn man einen kleinen Spass mit ihm macht, z.B auf ein estafettefarbenähnliches Quadrat auf dem Beinkleid zeigen, welches er traditionell um seine Hüfte trägt, und mit der Farbe des Estafette vergleichen. Das finden dann alle Umstehenden lustig und auch der Alte und wir lachen gemeinsam.

Bis jetzt haben wir keine Altersheime gesehen ( weder in Indien noch in Pakistan). Die Alten waschen sich am gleichen Ort, wie die Jungen, die Kinder un die Frauen, Sie sitzen vor ihren Häusern im Schatten, helfen Holz tragen, hüten Enkelkinder, oder  schauen dem geschäftigen Leben, dem Verkehr zu oder grüssen uns freundlich..

Irgendwie, haben die Menschen hier in Indien alle Zeit der Welt. Wenn man Federn am Auto ersetzten will und dann noch zwei davon, dann muss man schon einen ganzen Tag einplanen……Wenn man, wie in Hampi mit einem Floss über den Fluss gesetzt werden will, dann muss das Boot erst voll sein, egal wie lange man in der Hitze warten muss. Geht es ums Zuschauen, was die Europäer so alles machen, wenn sie aufstehen am morgen früh um 7.00 Uhr, können sie stumm da stehen und beobachten und zwar ziemlich lange- eigentlich bis man geht. Auch im Strassenbau…da wird gewartet mit teeren, bis die Leute (viele Frauen) alles von Hand sauber gewischt haben, um die Löcher zu flicken. Da staunen wir  Europäer, wenn wir am Boden kauernte Frauen sehen, die den Staub und die Steine weg wischen, mit kleinen, feinen Besen, die sie selber zusammengebunden haben.

Auch die Bäume dürfen wachsen, bis sie uralt sind. Manchmal werden heruntergefalle, schwere, dürre Äste einfach auf die Seite der Strasse geschoben. Auch wenn sie vollends abgestorben sind, stehen sie immer noch. Die Strassen säumen oft alte Alleen und spenden herrlich Schatten.

Silvana&Werni&Michael

Varanasi- die heiligste und älteste Stadt Indiens

Varanasi                                                                                                                                                                                                 16.03.2013
Seit  vier Tagen sind wir in Varanasi.
Vor Varanasi konnte ich noch meinen Rückspiegel ersetzen, denn ein indischer Kleinbus hatte mir beim Überholmanöver in einer Stadt vor Allahabad am 9.März (Meine allerliebste Silvana hat an diesem Tag Geburri) abgerissen. Nach einem kurzen Stopp, fuhr der Inder weiter.
In Varanasi finden wir per Zufall einen super Standplatz inmitten von indischen Touristen mit Cars und Jeeps auf dem Universitätsgelände der Sanskrit University. Hier können wir in diesem Park mit einer christlichen Kirche (leider Alles ziemlich heruntergekommen- es fehlt an Geld) unbekümmert stehen, wir sind natürlich sofort die Attraktion auf dem Gelände. Die 2 Kilometer zum Zentrum der Altstadt können wir leicht per Tuck-Tuck oder Velo-Rikscha erreichen.
Varanasi ist die älteste Stadt in Indien, ja sogar eine der Ältesten der Welt, und wird von den Hindus als die heiligste Stadt vergöttert.
Am ersten Tag machen wir einen Rundgang durch die Bade-Ghats, wo sich jeden Tag mehrere Tausend Hindus im heiligen Ganges reinigen. Bald schon sehen wir die beiden Verbrennungsplätze zwischen den Ghats, wo jeden Tag bis zu 60 Tote auf Holzscheitern verbrannt werden. Wir besuchen den einen Verbrennungsplatz, Michael möchte natürlich alles genau sehen und wissen, Geruch von verbranntem Fleisch verbreitet sich. Es herrschst eine eigenartige Stimmung an diesem eindrücklichen Uferplatz – die einen waschen Kleider, die anderen baden, dazwischen sitzen die Babus und Sadus in ihren orangen Kleidern,, meist splitternackt unter ihren Bambus – Blachenhütten. Die meisten Babus pflegen den gleichen Haar – Style wie Werni – will er sich etwa hier in Varanasi niederlassen???? Die Babus und Sadus locken die Touristen und Inder in ihre Hütten, lassen sich die Weisheiten und Wahrsagungen mit „Indischen Ruppis“ bezahlen.
Mit beeindruckenden Bildern in unseren Augen, flüchten wir vor der Hitze durch die schmutzigen, nach Fäkalien stinkenden Hintergassen und finden bald eine German – Bakery mit Restaurant. Hier in Varanasi tummeln sich viele Touristen – es gibt aber scheinbar auch solche, die zu lange in Varanasi hängen geblieben sind, die Spiritualität dieser Stadt ist beeindruckend. Varanasi ist eine Stadt, wo man die Armut der Menschen hautnah erleben kann, es gibt unzählige arme und kranke Menschen, die bettelnd am Strassenrand kauern, in den verwinkelten Gassen sitzen, nirgendwo haben wir Ähnliches in diesem Ausmass gesehen. Die zwei Kilometer zum Estafette legen wir zu Fuss zurück, an allen Ecken gibt es etwas zu bestaunen, müde erreichen wir unsere kleine Oase in der Universität.
Am nächsten Morgen ist um „sechs“ Tagwache, wir wollen eine Bootsfahrt über den Ganges den Ghats entlang bei Sonnenaufgang machen. Schnell sind wir am Ganges, finden ein kleines Ruderboot und lassen uns durch die Gates führen. Es herrscht eine wunderbare Stimmung, ein reges Treiben, viele Inder sind bereits am Baden, vereinzelte Babus und Sadus waschen sich, Kleider werden gewaschen und auch an den Verbrennungsplätzen lodern schon die Feuer. Nach der rund einstündigen Bootsfahrt schlendern wir durch die Ghats und zum zweiten Verbrennungsplatz, wo schon die ersten drei Toten auf dem Feuer „bruzzeln“ und suchen uns bald ein Restaurant, wo wir nochmals frühstücken (mit weniger Appetit als auch schon). Den Nachmittag verbringen wir auf dem Universitätsgelände, spielend mit Michi, auch haben wir Zeit für unseren Blog. Das Schlimmste in Varanasi sind die Mücken, die mit der Dämmerung über einem herfallen, auch Nachts finden sie immer wieder Wege unters Moskitonetz. Den Schweizer Mückenspray scheinen die indischen Mücken gar zu lieben, sie stechen uns auch durch die Campingstühle in den Hintern.
Am dritten Tag besuchen wir die allabendliche Zeremonie am Hauptghat Dashashvamedha. Bis zum Beginn schlendern wir nochmals durch die Nachbarghats, auf dem Verbrennungsplatz herrscht Hochbetrieb, zwischen den brennenden Scheiterhaufen werden immer noch neue Scheiterhaufen aufgeschichtet, die mit Blumen und bunten Tüchern geschmückten Leichen werden auf Bahren herangetragen, Hunde, die nach Überresten suchen und heilige Kühe, die sich über die Tücher und Blumen hermachen. Am Nebenghats wird gewaschen und gebadet, Chai getunken, den Touristen Souvenirs angeboten, eine Bootsfahrt angepriesen. Es stinkt überall fürchterlich nach Fäkalien. Hunde, Ziegen, Kühe, mächtige Bullen schlendern überall herum und kleine Kinder spielen.
Viele der Badenden sind schon älter, sie hegen die Hoffnung hier am Ganges zu sterben, was sie auf den direkten Wege ins Nirvana bringt und ihre Seele aus dem normalen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt befreien würde.
Die Zeremonie wird von vielen Gläubigen und Touristen besucht. Mit Blumen, Räucherstäbchen, brennenden Behältern mit der siebenköpfigen Kobra verziert, Gesang und Glockenspiel vollführen sieben junge Priester am Ganges-Ufer ein Ritual, gesäumt von vielen Booten am Ufer. Die Touristen haben sich die besten Plätze geangelt. Kurz vor Ende der Zeremonie verlassen wir das Gelände. Blitze erleuchten den Nachthimmel, wir erreichen mit dem Gewitterbeginn unsern Bus und können des Dachfenster gerade noch rechtzeitig schliessen. Das Gewitter bringt Abkühlung, auch die Mücken sind nicht so zahlreich, wir verbringen eine ruhige Nacht.
Heute werden wir Varanasi verlassen – wir wollen weiter nach Sarnath. Einer der wichtigsten mit dem Leben Buddas verbundenen Plätze, hier wurde das „Rad der Lehre“ in Bewegung gesetzt.
In der letzten Nacht haben uns die Moskitos wieder ziemlich geärgert- Hoffentlich liegt das nur an Varanasi. Diese heilige Stadt hat uns sehr beeindruckt, wir können nachvollziehen, dass viele Touristen lange hier verweilen, aber auch Andere verstehen, die berichten, nach nur einem Besuchstag, diese Stadt verlassen zu haben.
Werni&Silvana&Michi

Allahabad- Kumbh Mela 2013

Allahabad – Kumbh Mela 10.03.2013
Am Morgen suchen wir uns den Weg nach Allahabad, die Einfallsstrassen sind alle durch die Polizei abgeriegelt, so kämpfen wir uns durch das Verkehrschaos der Vororte von Allahabad. Wir finden einen Standplatz rund 5 km vom Hauptfestplatz Sangam entfernt. Hier mündet die Yamuna in den Ganges. Heute wird zum Abschluss der Maha Kumbh Mela (dieses Hindu-Fest findet  alle 12 Jahre statt und zieht rund 100 Millionen Pilger und viele Europäische Touristen an, und dauerte rund 2 Monate, das grösste Pilgerfest der Welt) die Heirat von Shiva (Maha Shivaratri) gefeiert. Die Inder strömen aus allen Winkeln zu Sangam, um ein Bad im Ganges zu nehmen, um sich ihre Sünden wegzuwaschen. Es herrscht ein buntes Treiben, mit Booten oder dem Ufer enlang pilgernd, erreichen Sie diesen heiligen Ort. Die Frauen baden mit ihren farbigen Sharis, die Männer in den Unterhosen, es werden Behälter mit heiligen Wasser abgefüllt. Wir aber suchen Trinkwasser und etwas zu Essen, müde vom langen Fussmarsch in der brütenden Hitze zwischen all diesen vielen Indern finden wir ein bisschen ausserhalb des Getümmels ein kleines Strassenrestaurant. Beeindruckt von diesem regen Treiben, machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Estafette, mit mehreren Trinkpausen erreichen wir müde unseren Standplatz. Michael schreibt auf Hindi „Diesel“ vom Tank des Nachbarlastwagen ab und das Kennzeichen in sein Journal .Ein paar Inder kauern am Boden und montieren den Zylinderkopf des Lastwagen zusammen- Michael ist begeistert. Selbst an diesem heiligen Tag wird trotzdem gearbeitet.
Wir beschliessen, noch vor dem Sonnenuntergang, aus Allahabad abzufahren. In den Aussenbezirken wird heftig gefeiert, Traktoren mit Anhängern und Kleinlastwagen mit Boxentürmen versperren die Strasse. Die indische Musik scheppert mit sicher 100 db. aus den Lautsprechern. Endlich nach rund zwei Stunden lockert sich der Verkehr und wir finden im Dunkeln doch noch einen Schlafplatz, in einem verlassenen Gouverment-Place mit Tempel und Ziehbrunnen, inmitten einer riesigen Schafherde mit Hirten, die an lodernden Feuern zusammenkauern. Todmüde versuchen wir einzuschlafen- die Inder feiern die ganze Nacht – Musik erklingt aus dem Dorf.
Allahabad hat uns einen Hauch von diesem einzigartigen Pilgerfest gezeigt, wir sind glücklich die Kumbh Mela gesehen zu haben.
Nun werden wir weiter nach Varanasi „pilgern“, auch dort wird die Maha Shivaratri gefeiert und es sind Holly Days (gläubige Tage) bis Ende März. Viele Inder werden diesen Platz besuchen um ebenfalls im Ganges zu baden.
Varanasi, die älteste Stadt Indiens, eine Hochburg des hinduistischen Glaubens mit seinen vielen Bade Gaths und den Leichenverbrennungsplätzen erwartet uns. Wir sind gespannt!!!

Madhya Pradesh – Gandhi

 

Maharashtra – Madhya Pradesh – Ashram von Gandhi (Sewagram)                                                                                                   5.3. 2013
Nach Adilabad (Bundesstaat Maharashtra) fahren wir auf einer Strasse, die den Namen Highway überhaupt nicht verdient…nicht mal Strasse ist der rechte Ausdruck!! Es ist eine schreckliche Strecke die eigentlich nur aus Schlaglöchern besteht und wenig Teer. So etwas gab es nicht mal in Pakistan. Die Fahrzeuge sind gezwungen den besten Weg kreuz und quer auf dieser Bahn zu finden. Ein paar mal ist unsere Estafette zusammengestaucht worden, da nicht allen Schwellen, Gräben und Löcher rechtzeig auszuweichen war. Wir kommen nur langsam voran und das Fahren ist total anstrengend. Vor Nagpur, nach ca. 200 km schlafen wir vor einer Highscool auf dem Parkplatz und essen und rätseln, was bloss mit dieser Strasse geschehen war. Am morgen entdeckt Werni, dass eine der vorderen Federn gebrochen ist, also steuern wir ein Garage an.

Wir verbringen den ganzen Tag in der Garage. Werni muss hart arbeiten und den Mechanikern auf die Finger schauen, was sie so alles anstellen mit dem Auto. Michael ist es überhaupt nicht langweilig. Entweder spielt er mit den Schulkindern, mit dem kleinen Hund, schaut dem Reparaturgetue zu oder malt.

Ich darf einen Blick  in die Schule werfen, unterhalte mich mit den Schülern und geniesse es, nicht viel zu tun, gehe einkaufen und sorge für gute Laune;-))

Das Schönste auf der Strecke nach Jabalpur sind die Gehöfte, Häuser und die Natur.

In der Nähe von Wardha wollen wir in Sewagram den Ashram von Gandhi (Baba Kuti) sehen. Er und seine Frau lebten zeitweise hier. Es ist beeindruckend an so einem Platz zu verweilen und die Räumlichkeiten anzuschauen, wo so ein grosser Mann gelebt hat. Auch seht ein Baum auf dem Anwesen, den Gandhi gepflanzt hat.

Silvana&Werni&Michael

 

Schlafplätze

28.2.13

Vorgestern haben wir Hampi verlassen. Das letzte, was wir gehört haben von den Touristen und von den Einheimischen  auf unserem Platz beim Stausee war, dass das Gouvernement all die Einkaufsbuden und Guestshouses  um die Tempelanlagen mit Bulldozern runterreissen liess. Schon länger wissen die Leute in Hampi, dass der Tag Null mal da sein wird. Aber es ist halt trotzdem traurig, da die Leute schon mehr als 10 Jahre diese illlegalen Existenzen aufgebaut haben und jetzt neu beginnen müssen.

Wir werden Hampi so in Erinnerung behalten, wie wir es noch gesehen haben und wollen die runtergerissen Einkaufstände und Guestshouses nicht mehr sehen.

Wir verschieben uns an den wunderbar gelegenen Stausee von Sanapur. Dort verbringen wir drei Nächte, geniessen den Vollmond in dieser verträumten Landschaft- niemand stört unsere Einsamkeit ausser ein paar Affen, dann kommen doch noch ein paar besoffene Russen. Mit einem frisch geschlachteten Huhn fahren wir noch zu einen andern Schlafplatz, nicht weit vom Ersten entfernt. Wir sind an diesem Platz ganz alleine.  Es gibt auch hier einen kleinen Stausee, den man über eine holprige Strasse dem Kanal entlang erreicht. Der Wasserverkäufer hat uns erzählt, dass da manchmal Tiger vorbei schauen, so nach acht Uhr abends, aber den Menschen sollen sie nichts anhaben, nur Essen wollen sie suchen!!!! Wir prutzeln unser Chicken am lodernden Feuer- wo sind die Tiger???

Wir haben leider keinen Tiger gesehen, dafür verschiedene eigenartige Tiertöne, die wir nicht einordnen konnten. Im Mondschein schauen wir uns noch einen Film  am Compi an, von den Vielen, die Werni heruntergeladen hat vom Polen Dex (mit dem Motarrad unterwegs) am Agondabeach.

Am nächsten Tag fahren wir dann endgültig weg von dieser beeindruckenden Gegend  in Richtung Hyderabad, dass etwa 340 km entfernt liegt. Wir fahren vom Bundesstaat Karnataka in den Bundesstaat Andhra Pradesh.  Hier wird auch sehr viel Reis angeplanzt und das satte Grün will nicht aufhören. Auch sehen wir immer wieder Hühnerfarmen. Jetzt wissen wir, wo die vielen weissen Chicken her kommen, die verspiessen werden. Wenn man in Indien ein Huhn kaufen will, wird ein lebendiges Huhn auf die Waage gelegt und wenn das für den Käufer o.k. ist, wird es „gemetztget“ und die Haut mit den Federn abgezogen und schon hat man ein frisches Huhn!

Wir fahren ca. 260 km und sind ziemlich müde von der Hitze und vom vielen Schauen und Staunen. In einer grossen Stadt, Mahbubnadar, sehen wir auf einer Anhöhe einen Tempel, den wir ansteuern – vielleicht ist das der richtige Ort zum Übernachten. Und wirklich nach einem kurzen Augenschein parkieren wir die müde Estafette am richtigen Ort und  wir richten uns ein mit den aufklappbaren Picknickstühlen und dem Tisch. Bald gibt es was zu „habbern“ und ein Feierabendbier. Werni checkt noch ab, wie es um die Internetverbindung steht(Tempo…Mails….googeln…) und schon bald können wir skypen. Dieses Mal mit den Eltern von Werni. Der Tempelstandort ist richtig romatisch und sehr gepflegt, auch bekommen wir Wasser, um uns den Schweiss vom Tag abzuwaschen–eine richtige Wohltat.

Am nächsten  Morgen geht es früh weiter. Wir wollen Hyderabad vor dem Mittag erreichen, was sich als richtig und wichtig herausstellte. Denn es gibt so viel Verkehr, Fahrzeuge, Menschen und Tiere, auf die man Acht geben muss. Wir haben, glaube ich, den Stossverkehr gerade knapp umfahren, so dass wir nur eine Stunde brauchten um aus dieser grossen Stadt heil rauszufinden, natürlich mit vielem Fragen!!

So sind wir nach ca. 300 km Fahrt im kleinen Dorf, Madhapur, gelandet.  Von den  Traktoranhängern erwiedern sie unser Lachen fröhlich und winken. Die Leute kommen sofort auf uns zu und innerst kurzer Zeit sind wir umzingelt und neugierige Augen mustern uns von Kopf bis Fuss. Wenn dann das Eis gebrochen ist, beginnt die Person mit den meisten Englischkenntnissen zu Fragen an. Sie möchten sogar, dass wir ins Dorf kommen, um dort zu übernachten, was wir dankend und freundlich ablehnen und ihnen erklären, dass wir müde sind vom Fahren, aber gerne morgen auf einen Chai  ins Dorf kommen.

So ist es immer eine Überraschung, wo man übernachten kann und was für ein Ort es ist. Die Leute staunen eben schon, dass wir so unabhängig sind, kochen und schlafen können in unserer Estafette.

Silvana&Werni&Michael

 

 

 

Hampi -ein zerfallenes Königreich

Freitag 23. Februar 2013

Endlich haben wir uns vom Meer losgerissen und die Anker gelichtet. Wir haben eine wunderschöne, intensive Zeit hier in Goa verbracht, viele neue Kontakte geknüpft und uns mit  anderen „Overlanders“ ausgetauscht.

Nach genau 6 Monaten Reisezeit sind wir nun in Hampi , ein zerfallenes Königreich mit Tempelanlagen, eingebettet in einer imposanten Gesteinslandschaft . Da die Einfallsstrasse nach Hampi verstopft war, mussten wir einen Umweg fahren und waren plötzlich auf der anderen Flussseite gegenüber von Hampi. Dies hat sich als Glücksfall erwiesen. In Hampi selbst werden zur Zeit alle touristischen Einrichtungen zerstört (Restaurants, Basare,Guesthouses). Auf der anderen Flussseite befinden sich schöngelegene Gouesthouses, von denen man mit kleinen Booten bequem Hampi erreichen kann und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten mit dem eigenen Roller oder dem Tuk-Tuk besuchen kann. Wir haben einen wunderschönen Standplatz inmitten von Reisfeldern und imposanten Gesteinslandschaften nahe der Bootsanlegestelle gefunden. Wir besuchten nachmittags die zentrale Tempelanlage Virupaksha  mit der Tempelelefantendame Lakshmi. Michael war kaum mehr wegzukriegen. Zurück auf der anderen Seite kletterten wir auf riesige Felsblöcke  und bestaunten den Sonnenuntergang .

Was es heisst inmitten von Reisfeldern zu schlafen, habe ich in der ersten Nacht hier in Hampi erfahren. Froschgequake von Sonnenuntergang  bis Aufgang, Echos zurückhallend von den Steinen, ein Monsterkonzert mit ca. 90 Dezibel – ich habe kein Auge zugemacht, Michael hat geträumt er wäre ein Storch!

Nach Frühstück zurück nach Hampi, das morgendliche Bad der Elefantendame hatten wir schon verpasst, dafür kamen wir gerade rechtzeitig zur Morgentoilette- sich herausputzen und schminken.

Mit dem Tuk-Tuk besuchten wir in ca. 3 Stunden alle Sehenswürdigkeiten, es war heiss und eindrücklich. Am Fluss entlang besuchten wir noch weiter Tempel und müde bestiegen wir das Boot zurück .

Ein Monsterkonzert war uns genug und flüchteten mit unserer Estafette zum wunderbaren Stausee, ein beliebtes Ausflugziel der Touristen, die mit ihren gemieteten Rollern die Gegend unsicher machen.

Wir bestaunten die riesigen Gesteinsformationen im Mondlicht, der grosse Stausee glitzerte, die Affen huschten über die Felsen- seltsame Geräusche durchdrangen die Stille- nur grünfunkelnde Augen konnten wir nicht entdecken (es soll hier auch Tiger geben, erzählen die Einheimischen).

Den dritten Tag verbrachten wir am See, den ganzen Tag herrscht hier reges Touristentreiben.

Am späten Nachmittag kletterten wir die 600 Stufen zum Hanumantempel empor, brachten den Affen Bananen und zückten die Kamera für  den obligatorischen Sonnenuntergang. Zurück an unserem Standplatz am See hatten wir Zeit bei einem Bier unter Sternenhimmel für unser Freunde (Skype-Email-Facebook) im Internet: Nun geniessen wir noch 2 Tage an diesem See(heute steht die Vollmondnacht vor der Estafette-Türe!!! Wow- let’s enjoy!!!

Auch können wir noch über neue Wege hier in Indien träumen.

Einen Sternengruss- geniesst die Vollmondnacht!              Werni&Silvana&Michi

 

Von Goa nach Hampi

wir sind erst heute Donnerstag von Aganda losgefahren, wir haben den Abfahrtstermin von Montag nach Mittwoch verschoben, und sind nun Donnerstag abgereist, Uwe und Angela sind überaschend nach Agonda zurückgekehrt, und auch sonst konnten wir uns nicht losreissen von diesem wunderprächtigen Ort, noch einmal den Sonnenuntergang bewundern, noch einmal nachts ins Meer springen und den fluoreszierenden Plankton sehen, die Schwimmbewegungen werden zu einer Discolightschow. Nun sind unsere 5 Wochen Ferien leider wirklich vorbei, jetzt ist wieder Arbeiten angesagt, neue Wege hier in Indien suchen und entdecken.
Wir fahren nach Hampi, einer Affentempelstadt inmitten des Jungels. Wir hoffen, dass wir euch schon bald Neues berichten können.
werni&silvana&michael

Agondabeach-Estafette-Winter

Agonda Beach 13.02.2013
Seit dem 17. Januar sind wir nun am Agonda Beach. Nach bald 4 Wochen Ferien, da an diesem wunderschönen Strand von Agonda, müssen wir langsam ans weiterfahren denken. Seit einer Woche hat unsere Estafette eine Solaranlage auf dem Dach, endlich können wir all unsere Verbraucher autark chargen, tagsüber können wir sogar zeitweise den Kühlschrank mit 12 V betreiben. Vor 2 Tagen habe ich auch alle 4 Stossdämpfer gewechselt. Die Hinteren habe ich in der Türkei repariert, sie haben aber nicht lange gehalten, die Türken haben die Stossdämpfer unten fix verschweisst, Stossdämpfer sollten jedoch oben und unten flexibel mit Gummis gelagert sein!! Na wieder etwas dazugelernt.
Auch habe ich beim Bremscheck bemerkt, dass sich natürlich die Bremseinstellung mit der Höherlegung der Hinterachse verändert hat, nun habe ich den Bremskraftregler so verstellt, dass ich auf den hinteren Rädern mehr Bremswirkung habe. Mal sehen ob sich alles bewährt.
In einer Woche heisst es hier Abschied nehmen, diese „europäische“ Oase zu verlassen und nach Indien „zurückzukehren“. Wir möchten nun Hampi ansteuern, die Affentempelanlage mitten im Jungle besichtigen (UNESCO Weltkulturerbe). Bei Hampi gibt es einen wunderbaren Ort an einem See, dort möchten wir noch ein paar Tage baden und relaxen, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Norden, nach Varanasi machen. Auf diese Pilgerstadt der Hindus, wo die Toten am Ufer des Ganges verbrannt werden, bin ich neugierig gespannt, wir werden darüber berichten.
Allen Freunden im „ kalten Europa“ wünschen wir noch eine schöne Winterzeit. Die Inder hier tragen morgens zum Teil Mützen und Ohrwärmer, wenn man sie darauf anspricht erzählen sie, es sei eben Winter da. Crazy India (Temperaturen in der Nacht ca.20 Grad, mittags bis 35 Grad und mehr)!!!!!
Werni &Silvana&Michi