Altersheime haben wir keine gesehen

10.3.2013                                                Altersheime haben wir noch keine gesehen

Wenn man durch die Dörfer von Indien fährt, sieht man praktisch nur Kinder und junge Leute. Die Auto-und Lastwagenfahrer, die Beisitzer in den Lastwagen, die Köche in den Restaurants, Familienväter und Mütter sind alles junge Leute. Sogar bei den Haustieren wiederspiegelt sich die Bevölkerungsstruktur ein bisschen. Noch nie haben wir so viel Jungtiere gesehen. Von den Wasserbüffelkälbern, über Hundebabys, Ziegenkindern, Kälbern und Affenbabys.

Haltet man dann an, weil man essen oder schlafen möchte, stehen am Morgen viele neugierige junge Leute (meist männlichen Geschlechts da, das weibliche Geschlecht hat keine Zeit  am Morgen rumzustehen!) um den Bus und schauen uns zu, was wir so machen. Am liebsten haben sie es , wenn wir die Vorhänge aufziehen und sie alles im Bus betrachten können. Viele Fragen werden nicht gestellt auf dem Lande, da sehr Wenige englisch sprechen können. An jedem Ort aber stellt sich meist auch ein alter Mann hinzu. Dieser grüsst uns freundlich und den Augen kann ich kein bisschen Feindschaft, sondern nur Freundschaft ablesen. Er mag es, wenn man einen kleinen Spass mit ihm macht, z.B auf ein estafettefarbenähnliches Quadrat auf dem Beinkleid zeigen, welches er traditionell um seine Hüfte trägt, und mit der Farbe des Estafette vergleichen. Das finden dann alle Umstehenden lustig und auch der Alte und wir lachen gemeinsam.

Bis jetzt haben wir keine Altersheime gesehen ( weder in Indien noch in Pakistan). Die Alten waschen sich am gleichen Ort, wie die Jungen, die Kinder un die Frauen, Sie sitzen vor ihren Häusern im Schatten, helfen Holz tragen, hüten Enkelkinder, oder  schauen dem geschäftigen Leben, dem Verkehr zu oder grüssen uns freundlich..

Irgendwie, haben die Menschen hier in Indien alle Zeit der Welt. Wenn man Federn am Auto ersetzten will und dann noch zwei davon, dann muss man schon einen ganzen Tag einplanen……Wenn man, wie in Hampi mit einem Floss über den Fluss gesetzt werden will, dann muss das Boot erst voll sein, egal wie lange man in der Hitze warten muss. Geht es ums Zuschauen, was die Europäer so alles machen, wenn sie aufstehen am morgen früh um 7.00 Uhr, können sie stumm da stehen und beobachten und zwar ziemlich lange- eigentlich bis man geht. Auch im Strassenbau…da wird gewartet mit teeren, bis die Leute (viele Frauen) alles von Hand sauber gewischt haben, um die Löcher zu flicken. Da staunen wir  Europäer, wenn wir am Boden kauernte Frauen sehen, die den Staub und die Steine weg wischen, mit kleinen, feinen Besen, die sie selber zusammengebunden haben.

Auch die Bäume dürfen wachsen, bis sie uralt sind. Manchmal werden heruntergefalle, schwere, dürre Äste einfach auf die Seite der Strasse geschoben. Auch wenn sie vollends abgestorben sind, stehen sie immer noch. Die Strassen säumen oft alte Alleen und spenden herrlich Schatten.

Silvana&Werni&Michael

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