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Grenze Türkei-Iran

Auf dem Murrat-Camping musste ich an meiner Estafette noch den Motor ausbauen, da der Kupplungshebel ausgerissen war und ich nur noch schlecht auskuppeln konnte. Ich konnte einen Wagenheber auslehnen, wir fuhren nach Sonnenuntergang zum Autowerkstattbezirk, wo es eine Werkstatt neben der andern gab, es brannten Oelfässer und überall waren Autos mit geöffneten Motorhauben, oder sie waren aufgebockt. Chaos pur. Ich war richtig froh, dass ich den Motor selbst aus- und wieder einbauen konnte. Nur ein Wagenheber zu organisieren war ziemlich schwierig. Endlich fanden wir einen, wie sich aber auf dem Camping herausstellte, war er im Elend-verlor Oel und hatte keine Hubkraft. Trotzdem machte ich mich an die Arbeit. Nach 3 Stunden war e rausgebaut und ich konnte den Kupplungshebel zum Schweissen bringen- Kostenpunkt 4 Euro. Mit dem Eindunkeln war ich fertig- zum Glück konnten wir (Silvana, die Motorspezialistin) den Motor wieder einfahren mit diesem“Wagenheber“.

Jetzt hatten wir neue Neuigkeiten, es war  Opferfest (Bayram), 4 Tage, in Dogubayazid schlossen die Banken und die Geschäfte, wir waren wieder blockiert. Wir brauchten noch Dollars, da man im Iran kein Geld abheben kann. Ebenso erzählte man uns wiederschprüchliches zur Grenzpassage, da das Fest natürlich auch im Iran war. Am 2 Bayramtag beschlossen wir, es zu wagen!!

Die türkische Kontrolle war unproblematisch, nur unsere Estafette war mit einem Roten Balken im Computer vermerkt.

Wir mussten zur Röngtenkonrolle. Wie die Lastwagen wurde unsere Kiste durchgecheckt. Da unsere Kiste keine üblen „Krankheiten“ besass, durften wir endlich passieren. Im Iran wurden wir freundlich empfangen- Passkontrolle-Visakontrolle (Silvana’s Fotos waren unterschiedlich, man glaubte mir nicht, das sie meine Frau war- drei Beamte kontrollierten ihr Gesicht- Schleier lüften).War sie wirklich meine Frau – leichte Zweifel kamen auf, haha!!

Ich war mit meinen Fahrzeugpapieren beschäftigt- iranische Nummernschilder-ja?-nach langem Hin und her nein!!

Nach einer oberflächlichen Fahrzeugkontrolle hattens wir geschafft- dachten wir. Nun mussten wir eine Autoversicherung abschliessen-64 Dollar für zwei Monate. Nachdem noch einer an meinem Tank geschnuppert hatte, ob ich wirklich mit Benzin fahren würde, hob sich die letzte Schranke-Iran- hier sind wir. Nach rund 4 Stunden fuhren wir noch bis Maku und übernachteten bei einer Hirtenhütte. Die letzten 2 Bier wiegten uns in den Schlaf-was für ein Tag!!

Nachtrag: von Tatvan nach Dogubayazid

Seit Tatvan sind wir leider nicht mehr häufig im Internet gelandet. Nach Tatvan haben wir in Van eine Nacht übernachtet, zuerst wollten wir uns direkt neben der grossen Burgruine aufstellen, doch der Security-Wächter öffnete uns die Parkanlage und wir konnten sicher im Park schlafen. Da ja in Van letztes Jahr ein grosses Erdbeben  war, dessen Auswirkungen immer noch sichtbar waren (Containersiedlungen, zerstörte Häuser ), gibt es viele Menschen ohne Einkommen- die Kriminalität ist ein akutes Problem. Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns auf die Suche des Paketes aus der Schweiz, das wir vor zwei Wochen bei Duja bestellt hatten.

Auf der Post war das Paket nicht auffindbar- man wollte uns auf nächste Woche vertrösten. Wir blieben hartnäckig und siehe da-nach einer halben Stunde war das Paket aufgetaucht, die halbe Post kümmerte sich um uns, es gab Äpfel für Michi und auch wurden wir zum Tee eingeladen.

Glücklich assen wir eine Pizza und öffneten unser „Wehinachtspaket“.

Wir machten uns auf den Weg nach Dogubayazid. Wir besuchten noch die Muradie Wasserfälle, die sich auf dem Weg befanden. Der  Pass schien nicht mehr enden zu wollen (2100 m.ü.M), und bei der Abfahrt tauchte plötzlich der Berg Ararat auf, der höchste Berg der Türkei ( 5270 m.ü. M) auf,  Silvana war hell begeistert, da sie zuerst nur eine weisse Wolke sah, was in Wirklichkeit aber Schnee war. Müde erreichten wir Dogubayazit, die grosse Grenzstadt zum Iran. Oberhalb von Dogubayazit steuerten wir den Murat-Camping an, wo wir freudig empfangen wurden.

Das wir hier eine Woche stehen würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Ohne Auspuff nach Cimek – weiter bis Tatvan

Nach der wunderschönen Euphratfahrt, blieben wir noch ca.  zwei Stunden am Fährhafen, wo ich natürlich mit Michi fischen musste.

Leider hatten wir kein Glück, wie vor der Überfahrt, wo wir 2 Kleine Fische an Land gezogen hatten. Ich hatte noch die Möglichkeit mich mit einem deutschen Töfffahrer auszutauschen. Er wa rvor zwei Tage aus dem Iran  zurück in die Türkei gefahren. Eigentlich wollte er bis nach Thailand fahren, da sein Motorrad türkische Nummernschilder hatte, bekam er nur ein Carnet de Passage für zwei Monate, dadurch musste er seine Reise vorzeitig abbrechen.

Nachdem die Fähre abgelegt hatte, packten wir unsere Fischerutensilien zusammen. Weiter gings nach Simerek, danach bogen wir Richtung Norden ab Richtung Cimek, da wir uns nur noch ca 150 km von der syrischen Grenze weg befanden.

Plötzlich begann der Motor wie ein Traktor oder Helikopter an  zu klingen – wir erklommen noch eine Anhöhe und konnten unseren Esel auf dem Parkplatz einer ehemaligen Tankstelle parkieren. Genau vis à vis befand sich ein Armeestützpunkt- eigentlich kein guter Ort um zu bleiben. Bald waren wir von bewaffneten Soldaten umzingelt. Mit Dictionaire bewaffnet erklärten wir dem Vorgesetzten unser Problem. Er erklärte uns, dass wir nach Siverek oder Cermik fahren müssten, um den Auspuff zu schweissen. Der Flansch nach dem Kollektor war abgebrochen.

Wir fragten, ob wir hier übernachten dürften, Ali (der Komandant) sagte „no problem“. Er fragte uns, ob wir Nachtessen wollte, und bald kamen  zwei bewaffnete Soldaten mit drei Blechtablets mit Poulet, Reis, Salat und Trauben. Drei Brotlaibe mit einem Liter Wasser gabs noch dazu. Auch mit dem Farmer, der in der ehemaligen Tankstelle seinen Bauernhof eingerichtet hatte, war bald Kontakt geknüpft – Michi konnte mit den Kindern spielen.

Am nächsten Morgen begleitete ich (Silvana) Devin, die 19 Jährige Bauerntochter. Mit Händen, Zeichen und auf dem Boden Schreiben erfuhr ich, dass sie unverhiratet ist, eben 19 jährig ist und dass sie erst mit 25 von zu Hause weg gehen möchte, um mit einem Mann zusammen zuleben. Sie ging mit der Karette zum Bauernhof, wo sie die Hühner und Küken fütterte, mir den Kuh/Rinderstall zeigte. Ich erklärte ihr, dass ich eine gleichaltrige Tochter habe (fast). Wir gingen weiter und sie holte noch einen Sack mit getrocknetem Mist, den sie später draussen unter einen kupfernen Kessel legte…sie waren daran Käse zu machen. Sie zeigte mir, wo sie ihr Zimmer hatte und bald darauf schenkte sie mir Jughurt und gesalzenen Käse. Ich zeigte ihr die Fotos meiner grossen Kinder und sie umarmte mich und küsste mich und glaubte ich wolle ihr die Fotos schenken. Mit Mühe habe ich ihr erklärt, dass ich nur diese Fotos von meinen Kindern hatte und ich sie ihr nur zeigen wollte. Sie verstand mich dann doch, nachdem ich ihr vorsichtig die Bilder aus der Hand wegzog.  Wir verabschiedeten uns noch herzlich mit Küsschen.

Wir fuhren nach Cermik, wo der Estafette  innert einer halben Stunde einen neuen Auspuffflansch bekam. und schon gings weiter, über kleinere Pässe an einen Stausee vor Elazig, wo ich noch schnell den Anlasser austauschte, während Michi und Silvana fischten und sich in der Sonne räkelten.

Über Elazig steuerten wir direkt wieder den nächsten Stausee an, wo wir zwei Tage pausierten-eine Oase direkt am Strand. Man verwöhnte uns mit Trauben(Üsüm), Granatäpfel, Frischen Geissenkäse(der Kühlschrank miefte, wir konnten ihn nicht essen und schenkten ihn vor unserer Weiterreise einem alten Farmer, der uns mit Trauben beschenkt hatte. Fische fingen wir keine- zu schönes Wetter liessen wir uns belehren- doch plötzlich stand ein Mann mit frisch zubereitetem Balak (Fisch) vor uns – fritiert mit fritierten Felchenfilets vergleichbar.

Am Montag 15.10 gings über das Hochland, Pässe, Stauseen nach Tatvan, einer grossen Stadt am Vansee 1700m.ü.M, der durch die umliegenden Vulkäne stark alkalisch und salzig ist, er gefriert auch nicht im Winter, wo Temparaturen bis -20 Grad herrschen.

Hier haben wir auf einem Tankstellenplatz Platz gefunden und erholen uns mit Spaziergängen am See und durch die Stadt.

Heute geht es weiter Richtung Van, wo ja ein Paket aus der Schweiz auf uns wartet

Bis bald

Silvana & Michi & Werni

 

 

Werni&Silvana&Michi

Von Kappadokien zum Nemrut Dagi

Nach einer Woche „99Luftballons“ melden wir uns wiedermal. Wir sind in drei Etappen zum Nemrut Dagi gepilgert.

Die erste Nacht haben wir in einer Oase (im Garten eines sehr freundlichen Mannes verbracht). Äpfel,Gemüse, Nüsse, frisches Quellwasser, Peperoni und Tomaten. Eigentlich ein Ort zum länger verweilen – ein Paradies! Dann gings weiter nach Gölbasi, wo wir auf einer Passhöhe einen wunderschönen Platz mit eigener Quelle fanden. Am nächsten Tag erreichten wir den Nemrut Dagi, Unesco Welterbe.

Dieser  ca. 2200 m hoher Berg beherbergt angeblich das Grab eines Königs, das man aber nicht gefunden hat, und auch nicht mehr sucht. Der Berg selber hat eine runde Kuppel aus runden Kieselsteinen, und in östlicher und westlicher Richtung bewachen das Grab überdimensionale Götterstatuen – Tier und Menschenfiguren.

Leider war das Wetter nicht sehr gut, die Aussicht zum Euphrat  und den anderen Gipfeln mässig. Unsere Estafette hat den Aufstieg zum Gipfel nicht geschafft. Ca 20 km mit bis zu 11% Steigung. Wir haben aber auf halber Strecke einen schönen Übernachtungsort gefunden. Mit einem Bus sind wir zum Nemrut gefahren.

Nach einer windigen Nacht mit kleinem Feuer und prächtigem, imposantem Sternenhimmel, weckte uns die Sonne.

Am nächsten Tag gings weiter. Wir wollten den Euphrat mit der Fähre überqueren  Michi war strikte dagegen – er befürchtete, die Fähre könnte sinken). Nachdem wir rund 30 km in die falsche Richtung gefahren waren, erreichten wir das Ferry Boat.

Die Fähre kannte keinen Fahrplan – man wartete, trank Chai (Tee) und Michi hatte Zeit zum Fischen.

Werni&Michael&Silvana

 

Kappadokien oder das Felsknubelland

7.10.2012

Heute und gestern liefen wir in einer wundersamen Gegend herum. Endlich kommen unsere Wanderschuhe zum Einsatz. Steinformationen, welche die Fantasie anregen, zum Staunen bringen und auch zum Reinklettern sind. Für Michael und Werni das Abenteuerland und ich muss mich oft überwinden in die dunklen Gänge reinzusteigen, um dann froh wieder das Helle zu erblicken. Sie inzwischen machen ihre Witze und finden es wahnsinnig lustig, wenn sie mich erschrecken können u.s.w. Belohnt werden wir durch die liebe Natur mit  allersüssesten Trauben, Mandeln, Baumnüsse und Äpfeln, nur pflücken müssen wir sie selber. Wir machen unglaublich viele Fotos, alles muss festgehalten werden. In diesen Felsknubeln wurde gelebt, auch dienten sie als Kirchen, Vorratskammern und sogar als Grabstätten. Ja Göreme (Kappadokien) ist wirklich sehenswert.

Am Morgen, nachdem der Muezin sein erstes Gebet über die Lautsprecher ertönen lässt, fängt ein Riesenspektakel an. Viele Touristen treffen mit Bussen bei den Heissluftballoncentern ein und bereiten sich auf einen Flug vor. Um 6.30 Uhr sieht man schon die ersten Heissluftballone steigen , die dann ein, zwei Stunden in der Luft die Gegend in Augenschein nehmen. Es steigen insgesamt bis zu 100 Ballone in die Luft. Wo kann man so was sehen?  Wir haben das Spektakel mit Fotoapparat und Video auf einer Anhöhe miterlebt und es sieht unglaublich witzig aus. Manchmal verschwinden sie hinter den Knubels bald darauf tauchen sie wieder auf.

Beim nach Hause laufen, kommen wir beim Bauern vorbei, der uns gestern sein Zuhause hat ansehen lassen. Er wohnt in einem Knubel- eine gemütliche Einzimmerwohnung mit Bett, Couch und Ofen. Seine Kühe hat er in einem Nebenknubel, die dann gerade gefüttert und getränkt wurden. Um sein Zuhause laufen lustige Hühner herum mit gefiederten Füssen. Das Heu und Stroh hat er im Unterschlupfknubel;-)

8.10.2012

Wir möchten ins Städtchen etwas einkaufen und zu einem anderen Camping laufen. Auch dort finden wir wieder die Zwischverpflegung (Trauben, Äpfel..Tomaten). In einem Restaurant essen wir fein und ziemlich genug. Morgen reisen wir östlich weiter in Richtung Iran.

Silvana&Werni&Michael

Spezialbericht: Renault Estafette auf Reisen

Nun muss ich doch mal noch einen Spezial-Bericht zu unserem Reisebus schreiben.

Da es vor unserer Abreise doch ziemlich chaotisch zu und her ging, hatte ich eigentlich fast keine Zeit, das Fahrzeug auf Herz und Nieren zu testen. Rund  einen Monat vor Reisebeginn baute ich einen anderen Motor (Renault 15TL Motor mit 55 PS) und das Getriebe meines ausgeschlachteten Pick-up ein. Der Motor bekam noch eine neue Wasserpumpe, eine Temparaturanzeige, sowie ein manuell zuschaltbarer Ventilator. Nach dem Zusammenbau entdeckte ich, dass ein Radlager die Antriebswelle immer gegen das Getriebe stiess. 1 Woche vor Abreise tauschte ich deswegen noch eine Halbachse mit Antriebswelle. Nach einer Testfahrt nach Zürich und zurück (ca. 100 km) waren die Vorbereitungen abgeschlossen.

Nun haben wir rund 4500 km zurückgelegt – eigentlich eine beachtliche Leisung für das 40jährige Wohnmobil.

Auf der Strasse – in den Städten – auf den Parkplätzen ist die  Estafette der Hingucker, viele Fragen zum Renault müssen beantwortet werden. Auch als Fotosujet macht die Estafette Furore.

Schon kurz nach der Abfahrt bemerkten wir, dass die Abfederung der Hinterachse ungenügend war. Auf den durchlöcherten Strassen von Rumänien hatten wir die Nase voll. In Bulgarien bekam die Estafette hinten andere Federn (Mercedesfedern), dabei bemerkten wir, dass ein Stossdämpfer sein ganzes Oel verloren hatte. Da es keine passenden Ersatzstossdämpfer gab, sind wir weiter in die Türkei gefahren Nach Istanbul konnten wir mit Hilfe eines türkischstämmigen Deutschen neue hintere Stossdämpfer montieren. Stossdämpfer von einem Anadol (eine türkische Eigenproduktion auf Fordbasis) wurden zu Estafette Stossdämpfern umgebaut.

Unterwegs gab’s noch zwei kleine Störungen- Spannrollenlager hatte sich festgefressen (Rumänien) und ein verstopfter Vergaser (Türkei), fast hätte ich noch den Plattfuss in Rumänien vergessen. Der Ventildeckel musste ich unterwegs noch zusätzlich abdichten, da das Oel durchdrückte.

In der Türkei gibt es noch eine riesige Menge von Renault 12ern – somit sind Motorprobleme eigentlich kein Thema, da der Estafette und Renault 12 Motor kompatible sind.

Momentan läuft unser Kistchen richtig rund, nur die Bergstrecken machen ihm das Leben schwer (die Türken lieben scheinbar Steigungen bis zu 10%) mit 20 kmh im zweiten Gang aber doch zu schaffen.

Auch die mehrtägigen Pausen scheinen ihm gut zu tun

nur weiter so

Werni

 

 

 

Der Hecht von Gölbasi

Von Safranbolu aus, fuhren wir durch monotone Hügellandschaften mit vielen Quellen Richtung Ankara. Hier gibt es riesige Ackerlandschaften ohne Häuser, Weizen, Sonnenblumenfelder, alle natürlich abgeerntet um diese Jahreszeit. Es scheint fast unmöglich diese Ackerflächen zu bearbeiten, so weitläufig  sind sie. Endlich erreichten wir die äussere Ringautobahn um Ankara, eine Riesencity unter der Dunstglocke.

Ausserhalb von Ankara steuerten wir bei Gölbasi einen See an (ein Erholungs-und Ausflugsziel von Ankara) . Direkt an der Uferpromenade zwischen zwei Restaurants stellten wir unseren Bus hin.

Michi möchte sofort fischen, wir sind die ersten. Bald kommen Einheimische mit ihren Anglerausrüstungen (Hier fischen sie mit Rollen).  Zum Erstaunen aller, holten Michi und ich mit unserem Hacken einen Hecht von ca. 40 cm Länge heraus!! Den Hecht liessen wir wieder frei und Michi weinte, denn er wollte ihn eigentlich essen, d.h. wir hätten ihn essen sollen (Michi, unser Fischermeister isst nämlich keinen Fisch).

Nach dem Essen, es gibt Omelets hausgemacht, legten wir uns aufs Ohr.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück hatten wir kein Anglerglück. – auf nach Cappadokien!

Safranbolu

3.10.2012

Am frühen Abend erreichten wir Safanbolu (Weltkulturerbe der UNESCO). Auf einem Parkplatz oberhalb der Stadt haben wir uns einen Überblick verschafft. Etwas später traf noch ein französischer Camper ein. Wir tauschten uns aus, er war aus Cappadokien angereist. Nach dem wunderbaren Essen von Silvana erkundeten wir die Kamelgassen dieser schönen Stadt. Danach schlenderten wir zurück und parkierten den Estafette  vor einem Mädcheninternat (Koranschule). Mitten in der Nacht weckte mich Silvana, die Polizei schwirrte um unseren Bus, nicht wegen uns, sondern weil ein paar Jungs das Internat belagerten!!.

Am Morgen besichtigten wir nochmals die wunderschönen Gassen (Safranbolu war ein  Stützpunkt der Ost-West Handelskarawanen ). Um Safranbolu hatte es mächtige Safranfelder, hier in dieser Stadt übernachteten die Sultane mit  ihren Kamelen.

Am Mittag zogen wir weiter mit unserem Kamel (Estafette) Richtung Cappadokien.

Werni&Silvana&Michael

Von Istanbul nach Safranbolu

Tja, Istanbul ist eine irre Stadt, überhaubt ist die Türkei ein irres Land !!D

Die Türkei weist nach unseren Recherchen ein Wirtschaftswachstum von ca.6% auf, da müssen sich alle westlichen Industriestaaten die Nase reiben und mal leer schlucken!!

Doch auch hier ist die Zweiklassengesellschaft klar erkennbar. Es gibt ganz viele arme Leute, aber auch die Andern, die zu Geld gekommen sind (Durchschnitliches Einkommen ist bei nur ca. 600 Lire, rund 300 sFr).

Viel Geld wird in den Stassenbau gepummt, sogar die „gelben Strassen“ sind meist neu geteerte 2-spurige, richtungsgetrennte „Autobahnen“. Die Esswaren sind extrem günstig, Gemüse in Hülle und Fülle (Bsp. 1kg Karrotten  ca. 50 Rappen, Pepperoni, Tomaten ebenso), einzig Alkohol und Benzin sind überdurchschnittlich teuer, es gibt hier auch fast nur Diesel und LPG betriebene Autos.

Auch mit dem Müll ist es leider fast so schlimm, wie in Bulgaren und Rumänien.

Nun aber zurück zu unserer Reise..

Nach Istanbul erreichten wir den malerischen Camping Yesim direkt am Strand gelegen, bei Akcakese. Wir erholten uns eine Woche mit schwimmen, Fischli fangen (mit Fischermeister Michael), Fisch essen, Wäsche machen, mit Gesprächen und  Pferden zuschauen, die über den Strand gallopierten -aber Achtung!!! Letztes Jahr wurde einer Frau die Brust abgebissen, die ihr Badetuch verteidigte!!! Unter einem Bungalow hatte eine Hündin ihre sieben Jungen versteckt. Auch haben wir einen türkischstämmigen Deutschen (Engin) kennen gelernt, von dem wir sehr viel über die Türkei erfahren haben.

Die grosse Überraschung war Paul und Monika, die am gleichen Tag auf dem Camping eintrafen. So ein Zufall…wir sehen die Thurgauer wieder, wie schön! Am Samstag fand ein Geburtstagsfest im Restaurant statt, mit türkischer Volksmusik und Geburtstagskuchen für alle.

Am Montagabend um 18.00 Uhr verlassen wir den Camping Richtung Sile, wo wir gemeinsam mit Engin die Autowerkstätten aufsuchten, um der Estafette neue Hinterbeine (Stossdämpfer) einzubauen. Um 21.00 Uhr assen wir schon zusammen türkische Pizza in Sile. Danach verabschiedeten wir uns und wir übernachteten am langen Sandstrand von Kumbaba bei Sile. Am nächsten Morgen fuhren wir los nach Akcapoca. Über Pässe führte der Weg an riesigen Haselnussplantagen vorbei, die ganze Hügelketten überzogen (das Nutellaland-Nutella lässt grüssen, wer hätte das gedacht – von hier kommen praktisch alle Haselnüsse her).

Akcapoca ist eine Grossstadt mit einer modernen Moschee (alles etwas eckig, statt rund). Wir fanden einen Parkplatz direkt am Meer, wo wir übernachten konnten. Am nächsten Tag ging es weiter nach Safranbolu – Weltkulturerbe der Unesco.

Istanbul

Von Berichten wussten wir, dass diese Stadt alle Autofahrernerven brauchte und so kam es auch heraus…Früher als uns Lieb war, waren wir gefangen in einer Autoschlage auf der Autobahn in Richtung Istanbul mit hupenden, links und rechts einspurenden Autos, eine Unmenge von frechen Taxifahrern, Bussen, Lastwagen und Schilder, die kein Mensch verstand. Wir wussten nicht richtig in welche Richtung und waren ziemlich überfordert…Wir irrten zwei Stunden herum, tankten (leider habe ich dort noch unsere Türkeikarte liegengelassen – was das Ganze gar nicht vereinfachte -) bis wir einen Parkplatz sichteten (Michi!!), wo andere Wohnwagen parkiert waren. Dort stellen wir unseren Estafette hin. Wie sich herausstellt genau vor dem Stadion von der Heimmannschaft von Istanbul und vor dem Palast von Atatürk. Nicht schlecht! Wir machen eine Pause bei Teetrinken und dem Bewunderen des Bosporus. Riesige Tankschiffen, kleine Schiffchen, Schlepper alles mögliche von Schiffen sah man, die herrliche Aussicht zum andern Stadtteil und die Bosporusbrücke machte uns sehr Eindruck.

Nachdem wir uns einigermassen orientiert hatten, weil wir uns eine Citymap besorg hatten, steuerten wir zu Fuss den nächsten Touristen-Informationsstand an. Wir latschten dreissig Minuten im Istanbuler Verkehr herum…Der Mann vom Office sprach zum Glück französisch und er empfahl uns ein Hotel inmitten der Stadt, es sei sauber und o.k. Auch wollte er uns hinlotsen. (Für ihn recht praktisch, denn er wohnte gerade in der Nähe und der Fereiabend in ca. einer halben Stunde..) Wir latschten wieder zurück und fuhren durch den stressigen Verkehr zum Office.

Durch einen irren Feierabendverkehr mit zweimaligem Überqueren der „Fischerbrücke“, da wir nirgends kehren konnten, erreichten wir durch ein überaus enges Gässchen erleichtert das kleine Hotel. Das Hotel war o.k leider ohne Aussicht..janu…Der Herr vom Office, wollte uns noch mitnehmen zu einem Essen, wo dann auch getanzt wurde mit Musik und so.

So haben wir uns frisch gemacht und liessen uns von ihm in ein Lokal führen, welches im fünften Stock lag mit Aussicht auf die Stadt. Es war edel gestuhlt und Häppchen waren schon auf dem Tisch, die Musiker haben sich auch schon bereit gemacht. Nach diesem langen, aufregenden und nervigen Tag irgendwie schön, aber auch zuviel. Wir wussten nicht recht was uns erwartete und die Menschen, welche kamen waren recht rausgepützelt (Highheels, schöne Röcke, Krawatten….aber auch Jeansträger- zum Glück). Wir wussten aber, das der Ganze Spass uns siebzig Lira kostete pro Nase und fast schon wollten wir klemmen, aber das konnten wir auch nicht. Wir haben dann  diese Häppchen gegessen und im späteren Abend, als die Leute tanzten (ich und Michi auch) wurden wir noch zum Rakitrinken eingeladen… später haben wir realisiert, dass es da eigentlich ums tanzen etwas essen und vorallem ums trinken ging (Raki und Wein, soviel, wie man eben wollte). Wir konnten das ganze nicht richtig ausnutzen, waren müde, Michael schon ewig bettreif und so zahlten wir und verabschiedeten uns um zehn Uhr vom Tisch, als es eigentlich so richtig losging. Also raki zacki ins Bett wir sind völlig sacki. Und morgen…..

Am nächsten Tag laufen wir die Fussgänger- Einkaufsmeile zu Fuss Richtung Galatturm..Fischerbrücke. Wir wollen die Hagia Sophia besichtigen. Überall gibt es Erstaunliches…das Taskimbähnchen, das durch die Fussgängerzone fuhr, Musikgeschäfte…schöne Kleider..schick angezogene Touristen (viele Türken)…Souvenierläden…Bars…Cafes…schlendernde Leute…auf der Fischerbrücke ein Fischer nach dem Anderen..hupenden Verkehr…Schiffe, Tram, kleine Stände mit Brezeln.

Auf dem Platz angelangt, wo die einzigartige Hagia Sophia steht und weiter hinten die blaue Moschee, erwartet uns eine lange Menschenschlange, welche dem berühmten Museum einen Besuch abstatten wollte. Das Warten lohnte sich..wir waren alle drei überwätigt von der Schönheit dieser ehemaligen byzantischen Kirche, die später eine Moschee wurde und heute ein Museum ist. Wir bewunderten Mosaike, die Architektur und lasen von ihrer Geschichte,wir liessen den riesigen Raum auf uns wirken. Es war eine wundervoller Besuch.

In einem nahegelegenen Park schauten wir den Leuten zu und ruhten im Schatten aus. All die Eindrücke machen doch auch Müde. Mit der Metro sind wir dann bis über die Fischerbrücke und das letzte Stück laufen wir zum Hotel. Nach einem einfachen Essen gehen wir dann schlafen und am nächsten Morgen wollen wir in Ruhe die blaue Moschee und den Bazar anschauen. Leider war dann Sonntag und vom Bazar war sehr wenig zu sehen, weil dann viele Teile des Bazars geschlossen waren, was wir allerdings erst im Nachhinein realisierten. Tjach…

Am Montagmorgen machen wir uns ganz früh auf den Weg über die Bosporusbrücke. Den Weg dorthin haben wir genaustens durchdacht, weil wir uns nicht verfahren wollten in diese verkehrgeplagten Stadt. Es hat wirklich alles gut geklappt und Werni hat voll den Fahrsyle der Türken kopiert. Der Verkehr ist voll im Gang und eine Dunst-Smoggflocke hängt schon über der irren Stadt Istanbul, welche ich sicher nochmals in meinem Leben besuchen möchte. Nach der Brücke müssen wir noch eine Vignette lösen, die uns aber bei der Umfahrung Ankara auch nützlich sein wird. So jetzt nur ja nicht runter von der Autobahn und ab nach Sile, wo wir einen Camping suchen möchten, d.h. wir wissen genau welchen (Internet sei dank).

Also tschüss bis dann

Silvana Werni Michi