Höhle und Hängebrücke in Kushma

16.5.2013

Wir sind gestern bei strömendem Regen in Kushma angekommen. Von Pokhara aus sind es etwa 1.5 Stunden durch die Berge. Der Monsum zieht langsam übers Land und das bedeutet praktisch einmal heftige Regenschauer gegen Abend. Die Temperaturen tagsüber sind etwa 28 Grad und in der Nacht so 18 Grad und der Regen somit eine schöne Abkühlung. Kushma wurde erst vor zwanzig Jahren erschlossen. Vorher wurde alles per Maulesel oder per Porters von Pokhara ins Tal transportiert. Kushma liegt auf dem Weg nach Muktinath. Wir haben auch heraus gefunden, dass hier seit drei Jahren die höchste Hängebrücke von Nepal existiert. 340 Meter lang und in die Tiefe geht es über 120 Meter…ja und da müssen wir natürlich drüber!-) Hier in Kushma wollen wir auch eine schöne Grotte besichtigen. Den Tipp haben wir von Erich, dem Campingbesitzer in Pame, erhalten.

Bevor es zur Grotte mit dem Babu geht, haben wir parkiert und haben eine Nacht unterhalb eines buddhistischen Klosters verbracht, das immer zu die gleiche einlullende Musik über Lautsprecher ertönen liess. daaidahhlalalalaa..altmaaahailasuldamaaa..hatirimaa goromi-„grosmama“???…..Nach zehn Uhr war dann endlich Ruhe. Werni meinte „i muess miär glaub äs Gewehr zutuä“, dabei hat es ihn so beruhigt, dass er weder „rumgetottert“ noch sonst was zu bruzzeln hatte und ganz brav und friedlich auf der Bank sass und vor sich hinguckte- ich glaube der war im ersten Meditationsstadium. Solche CD`s kann man in Pokhara kaufen, ich glaube, das wäre eine gute Investition. Um halb sechs Uhr morgens ging es dann wieder los und die Lautsprecher wären wirklich ein gutes und leichtes Schussziel gewesen.

Heute haben wir nun die Grotte besichtigt und es hat sich gelohnt. Der Babu, der dort vor dem Eingang haust, hält alles in Stand. Sie kann frei betreten werden, zum Glück haben wir unsere eigene Lampe dabei. Babu’s Taschenlampen strahlen wie heilige “ Glühwürmchen“. Nachdem wir unsere Schlarpen draussen deponiert hatten, betreten wir die heilige Tropfsteinhöhle. Durch einen schönen, rot bemalten, mit einem Kopf verzierten, Eingang gelangen wir in die Grotte und unsere Füsse werden von abfliessendem Wasser umspühlt, was sich sehr erfrischend anfühlt.

Wir staunen, wie immer in den Grotten, über die schönen Formen im Felsen. Hier haben wir immer wieder Planzen mit kleinen Blättern gefunden, die irgendwie in der Dunkelheit doch gedeihen….oder vielleicht nur , weil es ein heiliger Ort ist oder der Babu mit ihnen redet?? Wer weiss, auf jeden Fall verstecken sich auch Krebse in der Höhle, Fledermäuse und Spinnen. Ziemlich grosse sogar! Immer wieder gibt es Stellen, wo Altäre stehen, mit Farben und Blumen geschmückt mit Überresten von Räucherstäbchen, dessen Geruch sich mit dem Gestank des Fledermausmist durch die Grotte verbreitet.

Wieder draussen „dürfen“ wir etwas Geld abgeben, dafür werden wir vom Babu eingeladen. Der verpasst uns murmelnd und betend eine grossen, staubigen, grauen Aschepunkt auf die Stirne und am Kinn und schenkt uns je ein verschiedene Blüte. Er bereitet uns einen Chai und mehrere Chapati zu. Michael bekommt von ihm einen Apfel geschenkt. Wir sitzen und essen und beobachten, wie er den Chai und die Chapati zubereitet, auch dürfen wir ein Foto schiessen von ihm und seiner Wohn-Höhle. Zum Abschied schenkt er Michael noch eine Mango. Michael sagt: „das isch an lieba Maa“. Aber er meint, er würde lieber zur Schule gehen, denn als Babu sein Leben vor einer Höhle zu verbringen, haben wir heraus gefunden.

Silvana&Werni und Michael

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