Von Karimabad zum Khunjerab-Pass 4700 m.ü.M.

Von Karimabad ging’s weiter den KKH hinauf. Nach rund 50 km versperrt der Attabad-Lake seit rund drei Jahren die Durchfahrt. Es hat sich ein 20 km langer Stausee gebildet, nachdem ein grosser Felssturz den Flusslauf verschüttet hatte. Mit einfachen Schiffen werden die Lebensmittel und Fahrzeuge über den See geschifft (seht die Blogfotos). Die Landschaft, die Berge, der Flusslauf und die Strasse sind faszinierend. Mit der schwedischen Familie Poznic zusammen bereisen wir diesen letzten Abschnitt. Wir haben in Pokhara (Nepal) zusammen die Bewilligung für die Chinadurchreise gemacht. Der Grenzübertritt ist auf den 1. Juli geplant.

Leider ist unsere Pakistan -Euphorie ein bisschen getrübt, kurz bevor wir Karimabad verlassen haben, hat uns die traurige Nachricht aus Chillas (200km entfernt) erreicht- 10 ausländische Klettertouristen sind am Nanga Parnat  im Basecamp umgebracht worden.

Doch hier nach der Seeüberquerung fühlen wir uns sicher, die Menschen sind herzlich. Über Gulmit – Passu- erreichen wir Sost. Die letzte Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz des PTCD – Hotel. Am 30. Juni morgens passieren wir die pakistanische Grenze. Im Grenzgebiet befindet sich der Khunjerab Nationalpark (8$ pro Person). Wir beschliessen im Niemandsland, 20 km vor der Passhöhe, noch einmal zu übernachten. Wir kriegen die Erlaubnis der Grenzpolizei unser Nachtlager aufzustellen im Nationalpark. Pia darf an diesem speziellen Ort  ihren 40- ten Geburtstag feiern mit Kuchen und Silvana`s selbst gemachter Vanillecreme.Super Sache!!Am nächsten Morgen tukkert die Estafette ohne Murren auf die Passhöhe. Beim Pakistan Border werden wir noch zu einer Tasse Chai eingeladen, dann gibt’s noch Erinnerungs-Fotos mit den Pakistanis- Pakistan – we will come back!!!!!!  Pakistan is so beautyfull!!!

Werni &Silvana& Michael

 

Karim Abad Hunza

Karim Abad 21.06.2013

Nachdem wir in Gilgit, das auf ca. 1800m.ü.M. liegt, sieben Tage geblieben sind und die wunderbare Aussicht zum Rakaposhi oder den Diljardu Baui genossen, uns im Pool von Qayum erfrischt und uns am Garten erfreut, den besten Aprikosensaft der Stadt gekostet haben und fürchterlich auf der Suche nach einem „unsere Creditkarten akzeptierenden“ Automaten waren (leider vergebens!! hätten eben in Islamabad genügend abheben sollen-was wir nicht gewusst haben), sind wir weiter nach Karimabad, das auf 2500 m.ü.M liegt.

Es ist eine Oase umgeben von Bergen mit dicken Schneekuppen in der Ferne und riesigen Gletscherfeldern. Sie heissen Rakaposhi (hier sehen wir ihn von der anderen Seite, als in Gilgit), Ladyfinger, Ultar 1, Ultar 2, Diran, Golden Peak,….Hier wird alles mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem getränkt: Bäume, Gemüse und Wiesen. Das Wasser wird vom Gletscher gefasst und in verschiedenen, unzähligen Wasserkanälen verteilt. Es hat eine silbergraue- braune Farbe und die Lokalen und ein paar wenige Touristen trinken dieses mit Mineralien angereicherte Wasser mit vollem Genuss. Ohne diese „Wasserverteilung“, wäre hier alles ziemlich öde und trocken. Von Weitem hört man den Gilgit durch das weite Tal tosen. Da oben sind wir verschont von Hitze, lästigen Fliegen und Mücken.

Hier gibt es Hunzabrot zu essen und wunderbare Fleischspiesschen. Auch sonst bekommt man alles, was man so braucht…Butter, Milch, Toast, frisches Gemüse, Obst ….auch kann man Bier kaufen, was allerdings sehr teuer ist. Das billigere Chinabier ist im Moment nicht vorhanden. Was angeboten wird, aber eher unter der Theke oder privat, ist das Hunzawasser (Wein..od. Schnaps aus Trauben oder Mullberry).

Auch ganz typisch für das Städtchen sind die verschieden Dörrfrüchte, vor allem Aprikosen und weisse und schwarze Mulberry, Aprikosenöl und Hunzahonig. Auch findet man im Ort schöne Steine (Garnit ist ein lokaler, roter Stein), Schmuck, allerlei Textilien. Schon zu alten Zeiten wurde hier gefeilscht, denn die Seidenstrasse geht hier vorbei und so ist es nicht verwunderlich, dass die Leute hier etwas vom Geschäften verstehen. Nur leider kommen nicht gar so viele Touristen vorbei, weil die Leute halt zu grosse Angst haben von diesem beeindruckenden Land.

Wir werden von diesen Menschen hier, die einen sehr lockeren Islam praktizieren (Frauen dürfen ohne Schleier rumlaufen), sehr warm empfangen und bald merken wir, dass sie sehr grosszügig, freundlich sind und „peacefool“ zusammen leben. Sie bieten allen Kindern hier seit zwanzig Jahren eine gute Schulbildung, was sich langsam auch auf das, auf der anderen Seite des Flusses liegende, sehr konservativ- muslimisches, kleines Königreich von Nagar, auswirkt. Vor nicht allzu langer Zeit war es richtig gefährlich über die Brücke zu wollen…verrückt, denn die von Nagar sind Schiiten und die von Karimabad Ismaeliten. In Karimabad sind mittlerweile 95% gebildet.

Die Frauen flechten oft zwei Zöpfe aus ihren Haaren und sie sehen dann schon ein bisschen wie Indianerinnen aus.

Von einem Nebental in Gilgit, das nach Chitral führt, habe ich Musik gehört, die sich ein bisschen wie das Getrommel von Indianermusik anhört – das war zu einem Anlass eines Festes des Kalashvolkes, die sehr besonders sind und die Frauen tragen wunderschön farbige Kleidung und das Volk liebt es Musik zu machen. Leider konnten wir das Volk nicht kennenlernen. Auch das bevorstehenden Polospiel, das hier schon sehr lange gespielt wird, können wir aus Zeitgründen nicht ansehen. Schade!

Im Moment bereitet sich hier in Karimabad eine Musikgruppe im Freien auf die Feier des Todestages (11.Juli) von Aga Khan (aber das ist eine andere Geschichte) vor und zu unserem Erstaunen hören wir Trommelmusik und Dudelsack!!

Das sind eben noch die Auswirkungen des Kolonialreiches England. Überhalb der Baltitburg von Karimabad ist auch ein Viktoriadenkmal zu sehen – natürlich auch aus dieser Zeit.

Hier in Karimabad begegnen wir wieder Elstern, Baumnuss- und Kirschbäume, auch der Löwenzahn, der Klee, der Spitzwegerich und die Wegwarte tauchen auf.

Im Moment kann man überall reife Kirschen kaufen oder direkt vom Baum pflücken, wie hier im Hunzapalace, wo wir auf dem Parkplatz einquartiert sind und im Garten die Aussicht zu den Bergen geniessen, was essen, „onlinlen“ oder eben Kirschen pflücken. Auch hatten wir ein kleine, abendliche Audienz bei der Prinzessin von Hunza, draussen im Garten bei einem Chai und Hunzabrot. Sie hatte viel Interessantes von ihrem kleinen Königreich zu berichten und wir konnten auch unsere Neugierde über diesen Flecken Erde stillen. Was mich sehr beindrucke ist, dass hier keine Armut herrscht.

Sogar Prinz Charles soll hier zu Besuch gewesen sein und wir dürfen hier einfach auf dem Parkplatz unsere „Zelte“ aufschlagen und ganz in der Nähe der königlichen Familie leben und ein Schwätzchen abhalten mit dem Mir of Hunza oder der Prinzessin of Hunza.

Bald im Juli werden die Aprikosen reif sein, die jetzt an den kräftigen, alten Aprikosenbäumen hängen. Leider sind wir dann über alle sieben Berge.

Karimabad ist auch ideal zum trecken. Gestern war Werni allein zum Ladyfinger gewandert und heute bin ich mit Pia und deren achtjährigen Sohn, Luca, los. Bis zum Basecamp wandert wir gut sechs Stunden hin und zurück und das Camp liegt so auf 3500m.ü.M. Zu überwinden gibt es den Wasserkanal, der von einem Abgrund flankiert ist …. bin möglichst am Felsen nach gelaufen!! Dann muss man ca. eine Stunde eine Schotterhalde hinaufsteigen, wo man besser nicht in die Höhe schaute, denn da sah man Felsbrocken auf dem Felsen in sehr prekärer Schieflage sitzten und die Schotterhalde bestand aus heruntergefallen zum Teil ziemlich grossen Felsbrocken…ja aber wenn die Schutzengel gut aufgepasst hatten, eröffnete sich ein so schöner Anblick der Berge, dass man sich im Gras niederlässt die Aussicht geniesst, den sehr nahen Gletscher riecht und etwas weniges isst und das feinste Wasser trinkt, frisch ab der Quelle.

Pia, Milan, Luca und Tanja haben wir in Agonda (Indien) kennengelernt und in Pokhara (Nepal) wieder getroffen. Dort haben wir beschlossen gemeinsam den KKH Karakorum Hightway zu bewältigen, was wir im Moment auch fleissig dran sind! Michael ist sehr glücklich, da er super mit den schwedischen Kindern spielen kann. Verständigungsprobleme gibt es fast keine, denn sie unterhalten sich englisch, was Michael gezwungenermassen in Indien lernen musste, wollte er sich mit den „Schweden“ unterhalten. Nun sind wir also gemeinsam ein Stück unterwegs und bezwingen den Karakorum….und als nächstes den See, der durch einen riesigen Felssturtz gebildet wurde und r nur mit einer Fähre zu überwinden ist. Wobei zwei Boote zusammen befestigt werden, um dann das Fahrzeug über eine selbstgebaute Rampe raufzufahren und festzubinden und dann eben überzusetzten….ja ziemlich abenteuerlich und etwas nervös sind wir schon alle. Vielleicht nicht alle gleich stark!-))

Im Moment geniessen wir hier das Leben in diesem besonderen Ecken von der Welt – dem Nordpakistan – wo die Gebirge des Hindukusch, des Himalajas und des Tianshans zusammenkommen.

Bis bald

Silvana&Werni&Michael

Back in Pakistan

Pakistan 09.06.2013
Zurück in Pakistan. Wir werden von den Menschen hier freundlich empfangen. Wir fahren nach den unbürokratischen Zollformalitäten zu unseren Freunden nach Gujranwala. Nun können wir den neuen Pool testen, unsere Rosen, die wir das letzte Mal mitgebracht haben, sind auch schon angewachsen.
Nach einer Hotelnacht mit WiFi und AC fahren wir weiter nach Islamabad zu unserem vertrauten Platz „Rose and Jasmine Garden Campsite“,den wir schon Ende Dezember angesteuert haben. Ein deutscher Motoradfahrer, eine spanische Family mit vierjährigem Sohn und 3 Backpackers , 2 Portugiesen und ein Australier sind auch noch hier. Fleissig werden Neuigkeiten ausgetauscht. Am letzten Abend besuchen wir noch ein pakistanisches Musikfestival- very nice.
Islamabad hat uns gut getan, wir fühlen uns wohl da in Pakistan- keine Hektik wie in Indien. Die Menschen schätzen sich glücklich, sich mit den noch wenigen Touristen unterhalten zu können, wollen wissen, wieso wir Pakistan besuchen und ob Indien oder Pakistan schöner sei. Sie winken unserer Estafette zu, strecken die Daumen in die Luft.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es, es herrschen Temperaturen von 45 Grad tagsüber, nachts über 30 Grad und die Moskitos überfallen uns im Schlaf –AC gibt’s im Estafette nicht.
Wir wollen nun möglichst schnell den Karakurram Highway hochfahren und unsere letzte Zeit in Pakistan im kühlen Norden geniessen.
Nach vier ruhigen erholsamen Tagen haben wir heute Islamabad verlassen – Abenteuer KKH!

Indien ade

Amritsar (India) 03.06.2013
Heute verbringen wir den letzten Tag in Indien. Am 22.12.2012 sind wir in Indien angekommen, haben das Land dreieinhalb Monate lang bereist.
Wir haben das „Crazy India“ von allen Seiten kennengelernt, haben ganz viele schöne Begegnungen mit diesen lieben Menschen genossen. Das Land hat uns seine kulturellen Schönheiten und eine wunderprächtige Natur präsentiert. Wir können viele einzigartige Bilder und Eindrücke mit uns mitnehmen. Wir werden Indien vermissen.
Dasselbe können wir auch von Nepal erzählen – das wir zwischendurch zwei Monate bereist haben. Die Natur und die einfachen lieben Menschen haben uns verzaubert.
Fazit: ich glaube, irgendwann werden wir zurückkommen- es gibt noch so viel zu erkunden!!!
Doch wir freuen uns auch auf unseren „Heimweg“ durch Länder, von denen wir nicht viel wissen. Wir möchten euch auch diese Länder auf unserem Blog näherbringen.
Silvana hat heute unsere Estafette runtergewaschen- sie glänzt strahlend und erwartet gespannt die neuen Abenteuer. Auch wir sind ein bisschen aufgeregt, was unser „Heimweg“ uns noch alles zeigen wird. Wir freuen uns, dass wir darüber berichten können.
Werni&Silvana&Michi

25.Mai

25.Mai
Geburtstag- Hochzeitstag-Vollmond
Heute sind wir in McLeod Ganj angekommen. Dieser Ort liegt auf 1850m.ü.M. Gleich dahinter erblickt man die schneebedeckten Berge des Himalaya (Dhauladhar-Kette) .Schon die Kolonialherren flüchteten sich vor der Hitze (momentan herrschen Temperaturen um die 45 Grad) in die Hill-Stations. Auch wir sind in die Berge geflüchtet, es war nachts im Bus kaum auszuhalten (Nachttemperaturen von bis zu 35 Grad). Besondere Anziehungskraft besitzt die Ortschaft seit 1960, als der aus dem Tibet geflüchtete Dalai Lama hier sein Exil fand und damit den Grundstein für eine ausgedehnte tibetanische Siedlung legte, die sich um McLeod Ganj konzentriert. Man findet hier viele westliche Touristen, die sich mit dem Buddhismus und der sehr aktiven buddhistischen Kunstszene auseinandersetzen, sowie viele „Back-packer“, die hier Wi-Fi und Momos geniessen.
Heute herrscht besonders viel Aufregung im Dorf- heute am 25. Mai feiert man den Geburtstag von Buddha.
Wir feiern heute am 25. Mai unseren 6.ten Hochzeitstag und es ist auch noch Vollmond heute Nacht. Wir haben beschlossen, diesen speziellen Tag mit einer Flasche Wein zu feiern. Auch wollen wir diesen hektischen Ort noch ein wenig geniessen und ein wenig ausruhen, bevor wir nach Amritsar weiterfahren.
Werni&Silvana&Michi

Heimweg?

Heimweg                                                                                                                                                                        17.05.13

 

Heute ist es uns richtig bewusst geworden- wir sind auf dem  Heimweg. Wir haben uns von unseren „Overlanders-Freunden“ in Pokhara  verabschiedet – wir wissen,  dass wir sie in nächster Zeit nicht mehr antreffen werden. All die Begegnungen in Pakistan, Indien und Nepal gehören der Vergangenheit an.

Heute haben wir Pokhara verlassen – back tot he road . 20‘000 gefahrene Kilometer hat heute unser Tacho angezeigt – ca. 15‘000km werden noch dazukommen, bis wir wieder zu Hause sind. Wir fahren nun westwärts der Grenze entlang  nach Indien zurück. Wir wollen Nordindien besuchen, vielleicht erhalten wir ja noch eine Audienz beim Daila Lama in Darmsala – wir werden berichten.

Am Abend sind wir noch in eine Windhose geraten, kurz vor Sonnenuntergang verfärbte sich der Himmel schwarz, ein Sturm brauste auf, es regnete in Strömen. Dürre Aste wirbelten durch die Luft, Silvana bekam richtig Panik. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, die Sonne zeigte sich tiefrot für den Untergang. Wir haben unseren Schlafplatz gefunden.

Gruss in die Schweiz

Werni&Silvana&Michi

Höhle und Hängebrücke in Kushma

16.5.2013

Wir sind gestern bei strömendem Regen in Kushma angekommen. Von Pokhara aus sind es etwa 1.5 Stunden durch die Berge. Der Monsum zieht langsam übers Land und das bedeutet praktisch einmal heftige Regenschauer gegen Abend. Die Temperaturen tagsüber sind etwa 28 Grad und in der Nacht so 18 Grad und der Regen somit eine schöne Abkühlung. Kushma wurde erst vor zwanzig Jahren erschlossen. Vorher wurde alles per Maulesel oder per Porters von Pokhara ins Tal transportiert. Kushma liegt auf dem Weg nach Muktinath. Wir haben auch heraus gefunden, dass hier seit drei Jahren die höchste Hängebrücke von Nepal existiert. 340 Meter lang und in die Tiefe geht es über 120 Meter…ja und da müssen wir natürlich drüber!-) Hier in Kushma wollen wir auch eine schöne Grotte besichtigen. Den Tipp haben wir von Erich, dem Campingbesitzer in Pame, erhalten.

Bevor es zur Grotte mit dem Babu geht, haben wir parkiert und haben eine Nacht unterhalb eines buddhistischen Klosters verbracht, das immer zu die gleiche einlullende Musik über Lautsprecher ertönen liess. daaidahhlalalalaa..altmaaahailasuldamaaa..hatirimaa goromi-„grosmama“???…..Nach zehn Uhr war dann endlich Ruhe. Werni meinte „i muess miär glaub äs Gewehr zutuä“, dabei hat es ihn so beruhigt, dass er weder „rumgetottert“ noch sonst was zu bruzzeln hatte und ganz brav und friedlich auf der Bank sass und vor sich hinguckte- ich glaube der war im ersten Meditationsstadium. Solche CD`s kann man in Pokhara kaufen, ich glaube, das wäre eine gute Investition. Um halb sechs Uhr morgens ging es dann wieder los und die Lautsprecher wären wirklich ein gutes und leichtes Schussziel gewesen.

Heute haben wir nun die Grotte besichtigt und es hat sich gelohnt. Der Babu, der dort vor dem Eingang haust, hält alles in Stand. Sie kann frei betreten werden, zum Glück haben wir unsere eigene Lampe dabei. Babu’s Taschenlampen strahlen wie heilige “ Glühwürmchen“. Nachdem wir unsere Schlarpen draussen deponiert hatten, betreten wir die heilige Tropfsteinhöhle. Durch einen schönen, rot bemalten, mit einem Kopf verzierten, Eingang gelangen wir in die Grotte und unsere Füsse werden von abfliessendem Wasser umspühlt, was sich sehr erfrischend anfühlt.

Wir staunen, wie immer in den Grotten, über die schönen Formen im Felsen. Hier haben wir immer wieder Planzen mit kleinen Blättern gefunden, die irgendwie in der Dunkelheit doch gedeihen….oder vielleicht nur , weil es ein heiliger Ort ist oder der Babu mit ihnen redet?? Wer weiss, auf jeden Fall verstecken sich auch Krebse in der Höhle, Fledermäuse und Spinnen. Ziemlich grosse sogar! Immer wieder gibt es Stellen, wo Altäre stehen, mit Farben und Blumen geschmückt mit Überresten von Räucherstäbchen, dessen Geruch sich mit dem Gestank des Fledermausmist durch die Grotte verbreitet.

Wieder draussen „dürfen“ wir etwas Geld abgeben, dafür werden wir vom Babu eingeladen. Der verpasst uns murmelnd und betend eine grossen, staubigen, grauen Aschepunkt auf die Stirne und am Kinn und schenkt uns je ein verschiedene Blüte. Er bereitet uns einen Chai und mehrere Chapati zu. Michael bekommt von ihm einen Apfel geschenkt. Wir sitzen und essen und beobachten, wie er den Chai und die Chapati zubereitet, auch dürfen wir ein Foto schiessen von ihm und seiner Wohn-Höhle. Zum Abschied schenkt er Michael noch eine Mango. Michael sagt: „das isch an lieba Maa“. Aber er meint, er würde lieber zur Schule gehen, denn als Babu sein Leben vor einer Höhle zu verbringen, haben wir heraus gefunden.

Silvana&Werni und Michael

Aussichtspunkte

25.04.2013

 

Es duftet nach feuchter, feinen Walderde. Viele Bäume bekommen ihr neues, frisches, hellgrüne Kleid. Der Frühling ist in Nepal eingezogen. Wir sind mitten im Waldgebiet, wie schon vor der Grenze von China, als wir die Achse gebrochen hatten oder in Nagerkot, dem ersten Aussichtspunkt mit Sicht auf die Achttausender, den wir angepeilt haben. Der Kuckuck ruft hartnäckig und ein Vogel mit ganz roten Federn und einem schwarzen Köpfchen lässt sich kurz blicken. Für ein Foto hat der Moment nicht ausgereicht.

Wir sind morgens um fünf Uhr dreissig schon auf den Beinen, um die imposanten Himalayaberge vor Sonnenaufgang zu betrachten, denn sonst verschwinden sie schnell im Sonnenschein und Dunst.

Kakani heisst die kleine Ortschaft hier und ist ganz in der Nähe von Kathmandu und dem Nationalpark. Man erreicht den Ort über unzählige Kurven ca. in zwei Stunden. Kurz bevor wir zuoberst waren, haben wir Erdbeeren gekauft. Ja die gedeihen hier auf 2000 m.ü.M.

Auf dem Parkplatz ganz oben auf 2200 m.ü.M und zwei Minuten von den drei verschiedenen Aussichtspunkten haben wir übernachtet. Die Luft hier ist bedeutend frischer als in Kathmandu und wir verbrachten ein ruhige Nacht.

Oben auf dem ersten Aussichtspunkt staunen wir und rätseln, wo wohl der Everest ist. Einig wurden wir uns nicht, aber eigentlich auch egal. Es ist so oder so wahnsinnig beeindruckend und sind froh hier oben zu sein. Wir machen ganz viele Fotos, mit verschiedenen Einstellungen, aber was wir mit unseren Augen sehen ist einfach schwer fotografisch mit einer Digitalkamara einzufangen. Ja nu, als Erinnerung an diesen schönen Moment taugen sie halt doch.

Silvana&Michael&Werni

Lahme Schwingen 21.04.2013

Am 15.04 sind wir von Pame Camping (Pokhara) abgefahren. Wir machen uns auf den Weg nach Kathmandu, um das Bangladesh-Visa zu beantragen. 200 km durch Serpentinfelsen einem Flusslauf entlang, schlängelt sich der Weg. Wie an vielen Orten, wird hier Riverrafting angeboten. Nach einem steilen Anstieg erblicken wir in der Talsenke Kathmandu, eine schmutzige Hauptstadt, die einem nicht gerade einlädt, lange zu verweilen. Erst im Dunkeln finden wir den Schlafplatz, wo man sich mit dem Bus hinstellen kann. Zum Glück befinden sich auch zwei Restaurants auf dem Gelände, Nach Chicken-Momos (eine nepalesische Spezialität) und einem Bier fallen wir todmüde in die Federn. Nachts ist es nicht mehr so warm, wir sind wieder froh um unser Duvet, das wir von zuhause mitgenommen haben.
Am nächsten Morgen fahren wir früh zum Bangladesh Konsulat. Wir füllen die Visaformulare aus, man erklärt uns, dass wir die Visas sofort erhalten. Ich bespreche mit dem Konsular die Formalitäten, betreffend dem Carnet de Passage (Zollpapier für das Auto). Leider befindet sich die General-Konsulin nicht im Hause, nach einem Telefonat wird mir erklärt, dass wir keine Einreisegarantie bekommen. Bangladesh akzeptiert seit letztem August das Carnet nicht mehr. Man muss an der Grenze ein Depot hinterlegen, verlorenes Geld, wir haben von Beträgen von bis zu 20’00 US$ gehört. Plötzlich sind unsere Papiere wieder am Empfangsschalter. Nach 3 Stunden hat sich das „Bangladesch-Tor“ definitiv geschlossen. Rund 500 km fehlten noch, um mein Patenkind in Bangladesch zu besuchen. Eigentlich sind wir ja mit diesem Ziel vor Augen aufgebrochen, traurig müssen wir nun dieses begraben! Wir fühlen uns schlecht, unsere Schwingen sind lahm, das Freisein wie ein Vogel stimmt für uns nicht mehr!

Wir besuchen noch eines der 4 UNESCO-Welterben ( Swayambhunath) , die sich in Kathmandu befinden, müde und traurig fahren wir zum Schlafplatz zurück. Wir beschliessen Kathmandu zu verlassen und besuchen das nahgelegene Bhaktapur. Eine wunderschöne Tempelanlage, inmitten einer restaurierten Altstadt. Bhaktapur zählt ebenso zu den UNESCO World Heritage sites. Wir schlendern durch die Gassen, verfolgt von Musik von verschiedenen tanzenden Gruppen. Am Abend fahren wir nach Nagarkot, einem Aussichtspunkt auf 2200m, wo man einen Rundblick auf die 8000er geniessen kann. Wir können unseren Bus direkt unterhalb des Aussichtsturms parkieren. Wir verbringen eine herrlich, ruhige Nacht, inmitten eines Waldes mit Nadelbäumen. Und wirklich mit dem Sonnenaufgang erblicken wir die imposanten Bergketten mit Annapurna, Fishtail, Lotse und Mt. Everest (8 Achttausender befinden sich in Nepal).
Nach dem Frühstück fahren wir dann Richtung China – Border in Richtung Tibet nach Tatopani. Die Strasse schlängelt sich den Flussläufen entlang durch die steilen Bergketten, überall erblickt man terrassierte Felder und einfache Stein- Lehm- Blech- und Strohhütten. Die Menschen hier sind sehr arm, die meisten Arbeiten werden von Hand verrichtet. Vor Tatopani wird die Strasse immer schlechter, Offroad Pisten mit Steinblöcken auf der Strasse, die Estafette schnaubt sich den Berg hoch. Kurz vor Tatopani beginnt es zu regnen, hier in Nepal beginnt nun die Monsunzeit, praktisch jeden Nachmittag gibt es Gewitter. Die Strasse verwandelt sich in eine Schlammpiste , wir beschliessen umzukehren um uns einen Schlafplatz zu suchen. Kurz nach der Wende schlägt ein Steinblock an die Vorderachse, die Estafette wird schwer lenkbar, ich kann gerade noch eine Ausweichstelle erreichen. Es prasselt in Strömen, die Vorderachse ist gebrochen, unsere Estafette hat eine lahme Schwinge. Die Aufhängung des unteren Quer- Lenkers ist gebrochen. Nach dem Gewitter schraube ich den Querlenker ab. Ein junger Nepalesi fährt mich in halsbrecherischer Fahrt mit seinem Motorrad ins 17 km entfernte Barhabise zurück. Zum ersten Mal auf unserer Reise, bangte ich um mein Leben.
In einer Motorradwerkstatt übergab ich mein gebrochenes Teil und man versprach mir, am nächsten Nachmittag eine neu gedrehte Aufhängungswelle zu bringen! Wow – normalerweise geht hier alles nicht so rasant.
Zurück beim Bus bin ich froh, dass Silvana für mich noch einen warmen Teller Reis mit Ei bereithält, müde fallen wir in den Schlaf – wie wird unsere Reise weitergehen?? Unser Schlafplatz ist speziell, die Lastwagen kreuzen sich hier, manchmal herrscht das wahre Chaos vor unserer Haustüre, die Trucks fahren teilweise hautnah an unserem „Dreibein“ vorbei. Ein junger Hund und Kinder leisten Michael Gesellschaft, er geniesst es auch wieder mal stundenlang Lego zu spielen. Silvana unternimmt mit dem Local-Bus einen Ausflug zu nahgelegenen Chinagrenze – will sie nun nach China emigrieren??? Ich habe Zeit die Karten zu studieren, über unsere Weiterreise nachzudenken. Und tatsächlich am späten Nachmittag ist mein Querlenker wieder da, leider stellt sich bald heraus, dass die Welle nicht die richtigen Masse aufweist, die Montageabstände stimmen nicht. Ich erkläre dem Mechaniker die Mängel und dieser verspricht mir morgens um neun wieder zukommen. Wird es wohl klappen? Wir verbringen nochmals eine Nacht an diesem Nadelöhr und wir diskutieren unseren weiteren Reiseweg. Um zehn Uhr kommt das Motorrad mit meiner Welle und tatsächlich, nach einer halben Stunde steht die Kiste wieder auf ihren Füssen. 7000 Nepalrupie, rund 80.- sFr., hat uns die Reparatur gekostet. Wir beschliessen talwärts zu fahren um an einem schönen Platz, den wir bei der Hochfahrt entdeckt haben zu übernachten. Michael und Werni fischen noch im Bergfluss, leider erfolglos, zum Nachtessen gibt es Rindfleisch mit Pommes. Wir sitzen am wärmenden Feuer und beobachten die Sterne und den Mondschein und die leuchtenden Punkt an den Berghängen. Wir haben frischen Wind unter unser Schwingen gekriegt, der Reiseadler ist wieder startklar, unsere nächsten Reisepläne stehen fest.
Bis bald
Werni& Silvana& Michael

 

Annapurna Base Camp 4130 m.ü.M. 01.04.2013

                                                                                                                         01.04.2013

Um sechs Uhr „Tagwache“, raus aus den Federn (mehr Federn wären super gewesen, wir haben die ganze Nacht geschlottert), bei ca. -10 Grad, erwarten wir gespannt den Sonnenaufgang. Wow!! Die mondbeschienenen Bergspitzen verfärben sich orange. Die „Annapurna Bergkette“ zeigt sich im schönsten Licht. Annapurna-South (7219 m), Hiun Chuli (6434 m) und Annapurna l, der zehnthöchste Berg der Welt (8091 m), und Machhapuchhre (6997 m). In unseren Pakistan Decken eingehüllt, warten wir auf die ersten Sonnenstrahlen. Die Kaffee-Tassen wärmen unsere kalten Finger – der Aufstieg hat sich gelohnt.
Hier in Nepal braucht man ein Permit um zu trekken – etwa 40 Dollar pro Person (Kinder gratis). Mit dieser Bewilligung kann man sich für maximal 30 Tage im Annapurnagebiet aufhalten.
Am 27.März sind wir gestartet. Mit einem Rucksack und einer Tasche voller Ersatzkleider sind wir morgens um 7h mit dem „Local Bus“ nach Pokhara gefahren, eine fürchterliche Holperstrecke. Wachgeschüttelt, haben wir uns noch mit den fehlenden Trekkingutensilien ausgerüstet (60l Rucksack, Handschuhe, 2 Sonnenbrillen und 1 Nepalkappe für Michi). Danach kaufen wir ein (ein Brot, ein grosses Stück Käse, viele Schokoriegel, Wasser und nepalesisches „Studentenfutter“).
Nach dem Umpacken der Kleider und des Proviants, fahren wir mit dem Taxi ca.1 Stunde nach Nayapol, dem Ausgangspunkt unseres Trekkings. Was wird uns wohl erwarten!! Der erste Tag ist nicht spektakulär. Über eine breite, staubige Strasse erreichen wir abends Syauli Bayar (1220m.ü.M.), es hat nicht viele andere Trekker unterwegs, die meisten lassen sich per Jeep nach Ghandrung (2140m) bringen. In einer kleinen Lodge übernachten wir zum ersten Mal nach Pushkar (Indien) nicht in unserer heiss geliebten Estafette.
Nach dem Frühstück geht es auf die 2. Etappe, wir folgen dem Flusslauf (Modi Khola), dieser entspringt im Annapurnagebiet. Die Vegetation ist wunderschön, kleine, blühende Bananenplantagen, Bambussträucher, imposante Laubbäume, behangen mit blühenden Protophyten (die Baumgrenze liegt hier bei über 3000m) und terrassierte Anbauflächen der Bauern. Wir sehen Schmetterlinge in allen Farben, Gekkos, Eidechsen und verschiedener, unbekannter Vogelgesang begleitet uns. Am Abend erreichen wir Jhinudada (1780m). Wir quartieren uns wieder ein, Michael und Werni wollen noch in die „Hot Springs“ jumpen. Silvana möchte keinen Meter mehr laufen, nach fünf Stunden wandern hatte sie genug. Runter zum Fluss (15min), zwei Becken mit heissem Wasser beleben unsere müden Knochen. Michael springt rein und raus, wo nimmt der diese Energie her. Nach einer Stunde sind wir zurück, Silvana schlürft gemütlich ein Bier. Nach dem Nachtessen fallen wir todmüde auf unsere Pritschen.
Die 3. Etappe besteht praktisch nur aus Treppen steigen. Zuerst geht es 1,5 Stunden steil hoch nach Chhomrong (2170 m). Über uns kreisen mehrere Adler und Michael will sogar mit seinem Feldstecher einen Geier entdeckt haben. Danach steigen wir über Treppen ins Seitental ab und überqueren eine neue Hängebrücke. Das erste Mal zieht Regen auf. Doch nach ein paar Tropfen lichten sich die Wolken und wir erklimmen die Treppenstufen nach Sinuwa (2360 m). Endlich haben wir es geschafft. Wir beschliessen, hier die Nacht zu verbringen- Treppen haben wir für heute genug gesehen!!!
Zur 4. Etappe starten wir um 8 Uhr, es lohnt sich früh los zu marschieren, da mittags meistens Gewitter aufziehen. Wir wandern über Bamboo (der Name stammt von den herrlichen Bambuswäldern) durch Rhododendren Wälder, sie leuchten in verschiedenen tiefroten Farben- herrlich, auch die bunten grossen Schmetterlinge tanzen in der Luft. Wir erreichen Dobhan auf 2600 m.ü.M.Wir hören, dass in Himalaya, dem nächsten Ort, alle Lodges voll sind. Wir sind aber mächtig im Schuss und beschliessen nach dem Nachmittagsgewitter trotzdem nach Himalaya zu pilgern. Nochmals 320 Höhenmeter, wir erblicken müde und ausgelaugt unser Etappenziel. Alle Zimmer sind ausgebucht!! Wir bekommen nach einigem Warten zwei Betten in einem      6-er Schlag zugeteilt. Das wird ja eine lustige Nacht werden. Mit Dal Bath, dem nepalesischen Standartgerich (Reis, spicy Gemüse und Linseneintopf –Suppe, man kann nachschöpfen!!) im Magen, legen wir uns ins Bett. Auch mit den „Planckets“ (die Decken bekamen wir in allen Lodges, den Schlafsäcke hatten wir keine dabei – Werni ist ja kein Schleppesel) frieren wir die ganze Nacht, Michael schläft in der Mitte, ich muss die ganze Nacht aufpassen, dass ich nicht von der Pritsche falle, es ist „arschkalt“. Es wird auch heftig gesägt (geschnarcht) in unserem Zimmer, was für eine Nacht!!
Doch die ersten Sonnenstrahlen, eine Omlette und ein Porridge beleben unseren Körper. Mit einem Pot Lemontea steigt die Körpertemparatur wieder in den normalen Bereich. Mit dem Leitsatz „Dal Bhat gibt Power for 24 Hours“ machen wir uns auf die 5.Etappe, es geht rauf und runter, es gibt Natur- und Menschenhandtreppen, wir steigen auf 3700 m zum Macchapuchhre Base Camp (MBC). Erschöpft erreichen wir um 14.00h diesen letzten Ort vor dem heiss ersehnten Ziel – Annapurna Base Camp. Es zieht Nebel auf, es beginnt zu schneien. Werni, der Sklaventreiber, motiviert die ausgelaugte „ Rennschnecke“ Silvana und den „Bergtruck“ Michi, den Aufstieg noch heute zu bewältigen. Mit einem Cola stärken wir uns für den zweistündigen letzten Abschnitt. Im Schneegestöber stapfen wir über Schneefelder, dichte Nebelschwaden umgeben uns, kurz zeigt sich das Base Camp. Doch es ist noch ein langer Weg, 430 Höhenmeter, endlich erkennen wir die Begrüssungstafel, wir warten hier auf unsere Rennschnecke, hat sie der Nebel verschlungen, oder ist sie gar vom Yeti verschleppt worden? Eine verschwommene Gestalt taucht aus dem Nebel auf- das Yeti? Nein – es ist zum Glück Silvana. Die letzten Meter- geschafft!! Annapurna Base Camp 4130 m.ü.M. Freudig werden wir von den anderen „Touris“ empfangen – alle beglückwünschen Michi für seine Leistung. Michi ist noch gar nicht müde, spielt UNO, Tschau Sepp, und malt in seinem Heft, seine Lieblings-Beschäftigung. Auch unterhält er alle in lustigem „English“. Mit Dal Bath Power geht es ins Bett, wir verbringen eine eiskalte Nacht, Silvana hat sich sogar die Kappe über die Ohren gezogen. Stolz auf unsere Leistung schlafen wir ein, gespannt auf den vielgerühmten „Sunrise“ am Annapurna.
Der Abstieg ist schnell erzählt. In drei Etappen sind wir zum ersten Schlafplatz abgestiegen. Am zweiten Abend erreichen wir wieder Jhinudada und die Hot Springs. Michi will unbedingt noch hinunter, Silvana ist das Opfer. Ich trinke gemütlich ein Bier und muss den Beiden im Dunkeln mit der Taschenlampe entgegen laufen- hier gibt es auch Schneeleoparden!!! Jeden Nachmittag ziehen Wolken auf, Regen und Hagel zwingen uns zu Pausen, einmal kauern wir eine Stunde unter einem Felsen, geschützt von Hagel und Blitz.
Mit dem Jeep-Taxi fahren wir nach Pokhara zurück, der letzte Bus um 18 Uhr ist so überfüllt, das wir mit dem Taxi zum Camping zurückfahren. Auf dem Camping sind nun auch noch die Franzosen und die Schweden angekommen, Michael ist glücklich, endlich seine schwedischen Freunde Luca und Tanja zu sehen. Unsere Goa – Indien Truppe ist wieder komplett. Wieder in unserem vertrauten Bus zu schlafen ist herrlich!
Nachtrag: Praktisch alle Touristen haben nepalesische Porters, die ihnen das ganze Gepäck heraufschleppen. Auch sämtliche Baumaterialien, wie Wellbleche, Zement, Holz, sowie alle Lebensmittel für die „Lodges“ werden mit „Dal Bath Power“ den Berg raufgetragen. Wenn man dann noch sieht, was die Trekkers alles zum Frühstück „fressen“, während die Porters am Morgen mit einem Churung Bread (wie Pfannkuchen) und einer Tasse Tee auskommen, versteht man die Welt nicht mehr. Träger zu sein (bis 80 kg), bringt den armen Nepalesis zwar ein Einkommen, ist aber sicherlich nicht gesund. Die meisten Träger haben nicht mal gutes Schuhwerk, schleppen barfuss in Flip Flops die Lasten hoch. Wir sind stolz, alles selber geschleppt zu haben!
Osterhasen haben wir übrigens keine gesehen!!!