28.2.13
Vorgestern haben wir Hampi verlassen. Das letzte, was wir gehört haben von den Touristen und von den Einheimischen auf unserem Platz beim Stausee war, dass das Gouvernement all die Einkaufsbuden und Guestshouses um die Tempelanlagen mit Bulldozern runterreissen liess. Schon länger wissen die Leute in Hampi, dass der Tag Null mal da sein wird. Aber es ist halt trotzdem traurig, da die Leute schon mehr als 10 Jahre diese illlegalen Existenzen aufgebaut haben und jetzt neu beginnen müssen.
Wir werden Hampi so in Erinnerung behalten, wie wir es noch gesehen haben und wollen die runtergerissen Einkaufstände und Guestshouses nicht mehr sehen.
Wir verschieben uns an den wunderbar gelegenen Stausee von Sanapur. Dort verbringen wir drei Nächte, geniessen den Vollmond in dieser verträumten Landschaft- niemand stört unsere Einsamkeit ausser ein paar Affen, dann kommen doch noch ein paar besoffene Russen. Mit einem frisch geschlachteten Huhn fahren wir noch zu einen andern Schlafplatz, nicht weit vom Ersten entfernt. Wir sind an diesem Platz ganz alleine. Es gibt auch hier einen kleinen Stausee, den man über eine holprige Strasse dem Kanal entlang erreicht. Der Wasserverkäufer hat uns erzählt, dass da manchmal Tiger vorbei schauen, so nach acht Uhr abends, aber den Menschen sollen sie nichts anhaben, nur Essen wollen sie suchen!!!! Wir prutzeln unser Chicken am lodernden Feuer- wo sind die Tiger???
Wir haben leider keinen Tiger gesehen, dafür verschiedene eigenartige Tiertöne, die wir nicht einordnen konnten. Im Mondschein schauen wir uns noch einen Film am Compi an, von den Vielen, die Werni heruntergeladen hat vom Polen Dex (mit dem Motarrad unterwegs) am Agondabeach.
Am nächsten Tag fahren wir dann endgültig weg von dieser beeindruckenden Gegend in Richtung Hyderabad, dass etwa 340 km entfernt liegt. Wir fahren vom Bundesstaat Karnataka in den Bundesstaat Andhra Pradesh. Hier wird auch sehr viel Reis angeplanzt und das satte Grün will nicht aufhören. Auch sehen wir immer wieder Hühnerfarmen. Jetzt wissen wir, wo die vielen weissen Chicken her kommen, die verspiessen werden. Wenn man in Indien ein Huhn kaufen will, wird ein lebendiges Huhn auf die Waage gelegt und wenn das für den Käufer o.k. ist, wird es „gemetztget“ und die Haut mit den Federn abgezogen und schon hat man ein frisches Huhn!
Wir fahren ca. 260 km und sind ziemlich müde von der Hitze und vom vielen Schauen und Staunen. In einer grossen Stadt, Mahbubnadar, sehen wir auf einer Anhöhe einen Tempel, den wir ansteuern – vielleicht ist das der richtige Ort zum Übernachten. Und wirklich nach einem kurzen Augenschein parkieren wir die müde Estafette am richtigen Ort und wir richten uns ein mit den aufklappbaren Picknickstühlen und dem Tisch. Bald gibt es was zu „habbern“ und ein Feierabendbier. Werni checkt noch ab, wie es um die Internetverbindung steht(Tempo…Mails….googeln…) und schon bald können wir skypen. Dieses Mal mit den Eltern von Werni. Der Tempelstandort ist richtig romatisch und sehr gepflegt, auch bekommen wir Wasser, um uns den Schweiss vom Tag abzuwaschen–eine richtige Wohltat.
Am nächsten Morgen geht es früh weiter. Wir wollen Hyderabad vor dem Mittag erreichen, was sich als richtig und wichtig herausstellte. Denn es gibt so viel Verkehr, Fahrzeuge, Menschen und Tiere, auf die man Acht geben muss. Wir haben, glaube ich, den Stossverkehr gerade knapp umfahren, so dass wir nur eine Stunde brauchten um aus dieser grossen Stadt heil rauszufinden, natürlich mit vielem Fragen!!
So sind wir nach ca. 300 km Fahrt im kleinen Dorf, Madhapur, gelandet. Von den Traktoranhängern erwiedern sie unser Lachen fröhlich und winken. Die Leute kommen sofort auf uns zu und innerst kurzer Zeit sind wir umzingelt und neugierige Augen mustern uns von Kopf bis Fuss. Wenn dann das Eis gebrochen ist, beginnt die Person mit den meisten Englischkenntnissen zu Fragen an. Sie möchten sogar, dass wir ins Dorf kommen, um dort zu übernachten, was wir dankend und freundlich ablehnen und ihnen erklären, dass wir müde sind vom Fahren, aber gerne morgen auf einen Chai ins Dorf kommen.
So ist es immer eine Überraschung, wo man übernachten kann und was für ein Ort es ist. Die Leute staunen eben schon, dass wir so unabhängig sind, kochen und schlafen können in unserer Estafette.
Silvana&Werni&Michael